Bild: Getty Images/ Sean Gallup
"Merkel hat fast etwas Kindliches"

Egal ob Angela Merkel oder Martin Schulz – Sean Gallup kommt den mächtigsten Menschen unseres Landes täglich ganz nah. Ihn trennen nur wenige Meter und eine Fotokamera. Denn Sean ist Fotograf bei der Agentur Getty Images. 

Seine Aufgabe ist es, die Medien des Landes mit Aufnahmen von den wichtigsten Ereignissen zu beliefern: dem G20-Treffen, Wahlveranstaltungen, Pressekonferenzen mit Vorstandsvorsitzenden. 

Uns hat Sean verraten, was Merkel so gar nicht mag.

Fünf Fragen an Sean Gallup:
Kannst du beim Fotografieren deine persönliche Zu- oder Abneigung gegen Politiker immer ganz Außen vorlassen?

Es ist meine Aufgabe als Foto-Journalist, neutral zu sein. Selbst auf NPD oder AfD-Veranstaltungen bin ich nicht dafür da, die Menschen zu verurteilen. Meine Aufgabe ist es, die Lage so einzufangen, wie ich sie erlebe. 

Wenn jemand wild gestikuliert, dann wird das auf den Bildern zu sehen sein und vielleicht manchmal komisch aussehen. Das hat nichts damit zu tun, dass ich will, dass derjenige schlecht rüberkommt. 

Du machst doch bestimt manchmal Hunderte Fotos und wählst dann gezielt aus. Kann man dann noch von Neutralität sprechen? 

Es gibt Kriterien, nach denen man ein gutes Foto bewertet. Man achtet bei Menschen auf Körpersprache, Gesichtsausdruck. Hinzu kommen die klassischen Eigenschaften eines Bildes – also Komposition, Licht und Augenblick. Darauf passe ich auf.

Alles muss zusammenkommen. Und unter hundert Bildern überzeugen bei diesem Maßstab nur wenige.

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Welcher Politiker macht sich immer gut vor der Kamera?

Ich mache den Job schon seit 15 Jahren. Gerhard Schröder hatte ein gutes Gefühl, wie er sich vor den Fotografen positionieren muss. Er hat verstanden, dass die Bilder eine gewisse Macht haben, er wusste Fotos als Mittel zu benutzen. 

Merkel sind Fotos ziemlich egal, das hat auch seinen Reiz. Ich glaub, sie mag es nur nicht, wenn man sie direkt von der Seite fotografiert. Alles andere ist ihr egal. Auf Pressekonferenzen im Kanzleramt habe ich das erlebt. Dort kam schon einmal eine Mitarbeiterin auf mich zu und hat mich geben, keine Fotos vom Rand zu machen.

Welches ist dein Lieblingsfoto?

Das Bild mit Frau Merkel und dem Flüchtling ist eines meiner meist gedruckten. Ich mag es sehr gern.

Eigentlich schien es ein ganz langweiliger Termin zu werden. Merkel hat damals in Berlin die Außenstelle des Bundesamtes für Migration besucht, danach ging sie rüber zu einer nahe gelegenen Flüchtlingsunterkunft. Wir standen mit einigen Kollegen draußen und durften gar nicht mit in das Gebäude. Plötzlich ging Merkel aber auf eine Gruppe von Flüchtlingen zu. 

Was ich an diesem Bild mag? Angela Merkel hat etwas Natürliches, fast etwas Kindliches in ihrem Gesicht. Das spüre ich: Sie hat wirklich ein Herz für die Flüchtlinge.

Was macht ein gutes Porträt aus?

Erstens: Passt die Umgebung zur Person? Soll der Hintergrund eine Rolle spielen, etwas über die Person sagen? Ich bin der Meinung, der Hintergrund sollte niemals ablenken. Ich mag Porträts, die ein weiches Licht haben. Wie man das hinbekommt? Vor einem Fenster fotografieren oder mit Blitz, der zunächst gegen eine Wand geworfen wird und zurückreflektiert. 

Zweitens: Es ist wichtig, dass sich die Person in der Foto-Situation wohl fühlt. Man muss ein Verhältnis aufbauen. Wenn die Person ankommt, herzlich begrüßen, ihr ins Auge schauen. 

Drittens: Es ist immer gut, weiter weg zu stehen und mit längerer Linse (200 Zoom) fotografieren, dann bekommt man den Hintergrund auch weicher. Die Person ist scharf, der Hintergrund unscharf.


Haha

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