Bild: Imago/Westend61

Duschen, fix die enge Sporthose überstreifen, im Frühstücksraum noch einen Toast zwischen die Zähne schieben – und dann rauf aufs Rad. Das kleine Plough Hotel auf Neuseelands Südinsel hat so seine Erfahrung gemacht mit Aktivurlaubern.

Sie sind für Mike Saunders, den Manager des Sechs-Zimmer-Etablissements in Rangiora, eine Last. Er kann ihre Kleidung nicht ertragen und hat nun seinen Kunden verboten, in Radlerhosen den Speiseraum zu betreten. "No Lycra Shorts allowed please", steht auf einer Tafel, die er vor der Eingangstür aufstellte.

"Wir wollen nicht die ganze Zeit unansehnliche Beulen und Wölbungen sehen", sagte Saunders dem neuseeländischen Onlinemagazin Stuff.co.nz. Vor allem ältere Gäste könnte der Anblick stören. Die Leute sollten gefälligst in normalen Hosen zum Essen erscheinen. "Wir wollen Standards setzen."

Von der provokanten Aktion hält Tracy Clark vom Pegasus Cycling Club wenig. "Das ist schlicht ignorant", sagt die Sprecherin des örtlichen Fahrradvereins laut dem Bericht. Der Mann habe kein Verständnis für Radfahrer – doch das sei in Neuseeland nicht ungewöhnlich."Viele Menschen sind hier ohne Fahrrad aufgewachsen", sagt Clark. Die wüssten gar nicht, was es heißt, die Landschaft im Sattel zu erkunden. "Sie fahren immer mit dem Auto, von einem Ort zum anderen." Radlern rät sie, die Unterkunft in dem 11.000-Einwohner-Städtchen zu meiden. "Es gibt am Wegesrand ja genügend andere Gaststätten."

"Peinlich für einen gestandenen Hotelmanager"

"Geht lieber woanders hin", schreibt auch Jill Wood auf der Facebook-Seite des Hotels. Sie ist in Rangiora aufgewachsen und findet die Aktion "peinlich für einen gestandenen Hotelmanager". Auch Peter Rowe echauffiert sich: "Das ist ja wohl ein Witz! Du willst Männern verbieten, Lycrahosen zu tragen, aber es ist okay für dich, wenn Frauen ihre Kurven zur Schau stellen?"

Doch Hotelmanager Saunders erntet für seinen Vorstoß nicht nur Anfeindungen, sondern auch Zuspruch. "Gut gemacht", schreibt Rob Ford über das Lycra-Verbot, die Hosen seien "wirklich ekelhaft".

(Bild: The Plough Hotel)

Saunders blickt mit einer Mischung aus Bestimmtheit und Humor auf die Sache. Niemand solle das Ganze persönlich nehmen, es sei einfach eine Kleiderordnung. Auf dem Verbotsschild gibt es auch ein paar Hinweise, welche Klamotten erlaubt sind: Fußballschuhe, Yoga-Hosen und Jandals – so nennen die Neuseeländer Zehenlatschen. Auch mit Matsch beschmutze Kinder seien willkommen, heißt es.

Seine eigene Idee ist die Radlerhosensperre übrigens nicht. Vor drei Jahren verprellte bereits ein Cafébesitzer in der Nähe von Christchurch Gäste mit Elasthan an den Beinen.

Auf möglichen Protest fühlt sich Saunders vorbereitet. "Sollten Horden von Radlern nun damit drohen, mit ihren Luftpumpen auf uns einzuschlagen, verbarrikadieren wir uns hier", sagt der Neuseeländer. "Wir haben genug Essen und Bier hier, um das zu überleben."

Der selbstbewusste, trotzige Ton findet sich auch auf der Website des Hotels wieder. Dort verweist der Inhaber auf den "hässlichen Teppich" in den Zimmern und auf die Tatsache, dass Bettlaken nicht gebügelt würden. Dafür würde man alle Zeit darauf verwenden, sich um die Gäste zu kümmern – "um Leute wie dich, die es schlicht auf gutes Essen und die Gastfreundlichkeit der Kiwis abgesehen haben."

Dieser Artikel ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


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