Ja, es mag auch Kleidung geben, die schön und praktisch zugleich ist.

Meistens ist sie aber nur eines von beidem. Und allzu oft entscheiden wir eitlen Wesen uns morgens vor dem Kleiderschrank für die Option, die uns gut aussehen lässt – und nicht die, die die beste Funktion hat.

"Funktionskleidung" ist in gewissen Kreisen fast schon eine Beleidigung. Und funktionale Kleidung bleibt oft denen vorbehalten, die entweder zu jung sind, um sich um gesellschaftliche Erwartungen zu scheren (Kinder) oder denen, die schon zu viel erlebt haben, um das zu tun (Rentner).

Doch wer sich an Modetrends und gutem Aussehen statt an Funktionalität orientiert, verpasst so viel.

Und manchmal, manchmal, wird man dann doch neidisch, wenn man im Sommerurlaub (oder auf dem Kinderspielplatz) einen Einblick in das bekommt, was Kleidung alles leisten kann.

Deshalb präsentieren wir hier neun Errungenschaften der Textilindustrie, die wir eigentlich gerne tragen würden – wenn da die verdammte Eitelkeit nicht im Weg wäre…

1 Anglerweste

(Bild: Amazon )

Angeln erlebte mit seinem "stundenlang-philosophisch-in-die-Luft-starren-und-dabei-Craftbier-trinken"-Potenzial vor einigen Jahren ein kleines Revival als Hipster-Hobby.

Dieses Glück blieb der dazugehörigen Uniform, der Anglerweste, bisher leider verwehrt.

Völlig unverdient, wie wir finden. Denn stell dir mal vor, was du alles in diese Taschen packen könntest. Smartphone rechts, Kippen gleich daneben. Haustürschlüssel, Portemonnaie, Ladekabel, Würmer…Moment. Egal. Ihr versteht, was wir meinen.

2 Regenlatzhose

(Bild: Amazon )

Ich bin keine Erzieherin, aber ich stelle mir vor, dass der Anblick einer solchen Hose bei Erzieherinnen und Erziehern zu Angstzuständen führt. Schreit sie doch förmlich: "Klein-Emil hat die Hose nicht schnell genug aufbekommen und steht jetzt bis zur Hüfte in seinem Pipi."

Heute sind wir alt genug (aber nicht zu alt!) um unseren Harndruck im Griff zu haben. Deshalb stünde eigentlich nichts mehr zwischen uns und dieser Hose, die uns im Regen quasi unverwundbar machen würde.

Wäre da halt nicht dieser Klein-Emil-Appeal…

3 Sonnenbrille mit Band

(Bild: Amazon )

Nochmal schnell den besten Blick auf den Grand Canyon genießen. Beim Bootsausflug die Fischlein bewundern, die neben dem Schiffsbug herhüpfen. Und schwupps, dahin gleitet die Sonnenbrille. Auf Nimmerwiedersehen.

Eine Situation, die wohl jeder schon mal erlebt hat. Und die sich so leicht vermeiden ließe – mit einem winzigen, entscheidenden Detail: Dem Bändchen, das die Sonnenbrille am Kopf hält.

4 Gummistiefel

(Bild: Amazon )

Manche Menschen mögen Regen. Viele Menschen mögen Regen zumindest manchmal.

Was aber ganz eindeutig niemand mag, niemals: nasse Füße.

Doch auch der größte Gegenspieler von nassen Füßen, der Gummistiefel, hat einen – hehe – schweren Stand. Aufs Festival kann man damit vielleicht noch gehen, im Büro oder bei diesem neuen Italiener mit dem Antipasti-Buffet wirkt der Stiefel jedoch nach wie vor relativ daneben.

5 Wandersandale

(Bild: Amazon )

Auch bei Sonne ist es nicht so einfach, das passende Schuhkleid zu finden. Bei Sandalen gibt es nämlich, wie so oft im Leben, nur zwei Kategorien: schön – oder bequem.

Und spätestens wenn die hübschen Riemchensandalen, deren Sohle vom Komfort her eigentlich genausogut ein klein gefaltetes DINA-4-Blatt, ein Brillenputztuch oder eine großzügig geschnittene Scheibe Hinterschinken sein könnte, im Urlaub auf das unregelmäßige Pflaster in der zentralitalienischen Altstadt trifft, weiß man: All die Leute, die frühzeitig in eine Wandersandale investiert haben, haben jetzt einfach die bessere Zeit.

6 Fäustlinge mit Bändel

(Bild: Amazon )

Manche Dinge machen nur im Doppelpack Sinn. Ketchup und Mayo. Tag und Nacht. Joko und Klaas. In diese Reihe gehören auch: linker Handschuh und rechter Handschuh.

Denn sobald der rechte einen Abgang macht, kann man eigentlich den linken gleich hinterher schicken. Ersatz für einen einzelnen Handschuh bekommt man sowieso nicht, und eine warme Hand hat noch niemanden vor dem Erfrieren gerettet. Eigentlich also höchst sinnvoll, Handschuh 1 und Handschuh 2 mit einer Schnur zu verbinden. 

Allerdings: Würdet ihr jemandem einen Job geben, dessen Handschuhe beim Vorstellungsgespräch an einer Kordel aus den Jackenärmeln baumeln? Würdet ihr so jemanden heiraten? Die traurige Antwort an dieser Stelle wohl: eher nicht.

7 Zip-Off-Hosen

(Bild: Amazon )

Die Zip-Off-Hose ist die Antwort auf so viele Fragen ("Kommt die Sonne später noch raus?" "Ist der Sommer jetzt eigentlich vorbei?" "Sind beim Wanderausflug eigentlich süße Typen dabei?"), dass es eigentlich gänzlich unglaublich ist, dass das Prinzip noch nicht längst Standard für Hosen jeglicher Art geworden ist.

Wir können uns das eigentlich nur damit erklären, dass Justin Timberlake und Janet Jackson mit ihrem "Nippelgate" dafür gesorgt haben, dass die Menschheit abnehmbaren Kleidungselementen mit einem gewissen Misstrauen gegenübersteht.

8 Lange Unterhosen

(Bild: Amazon )

Klar, unser gesamter Körper ist ein Tempel. Ein paar Bereiche sind jedoch möglicherweise noch etwas heiliger als andere – und zweifelsohne gehört dazu auch die Region, die wir jetzt einmal mit "untenrum" umschreiben möchten.

Deshalb ist es auch nur angemessen, dieses Heiligtum mit einem besonderen Schutz zu ehren. Und der ist im Idealfall knöchellang mit Fleeceinnenfutter.

9 Sturmmaske

(Bild: Amazon )

Manchmal fällt es auf dich zurück, wenn du zu viel mit den falschen Leuten rumhängst. Im Fall der Sturmhaube sind das Bankräuber, Amokläufer und SEK-Einheiten beim Einsatz im Rockermilieu.

Die sorgen dafür, dass dein Gegenüber beim Anblick einer solchen Maske leider nicht "Wie schön, sein Gesicht ist sicherlich wohlig warm" sondern eher "Wenn ich das gewusst hätte, wäre ich heute besser im Bett geblieben" denken.

Eigentlich schade – denn bei einer Fahrradtour im Spätherbst gibt es doch eigentlich nichts Schöneres, als die Gesichtshaut in weichen, blickdichten Strick gehüllt zu wissen.


Gerechtigkeit

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