Kein Grund zur Aufregung.

In seiner Sommer-Kollektion bietet Prada einen Pulli an, der an den Ellbogen und am Rücken Löcher hat, die weder funktional noch ästhetisch irgendeinen Sinn ergeben.

Könnt ihr euch nicht vorstellen? Hier, bitteschön:

In der aktuellen Kollektion gibt es eine Kleid gewordene Cargo-Hose – ihr wisst schon, die mit den super praktischen Taschen überall. Im Fall dieses Kleides sind die Taschen zwar noch praktischer – lösen sie doch das elende "Wohin nur mit meinem Smartphone bei der Party?" Problem (auch wenn die Antwort nun leider "Direkt auf meine Brüste" heißt).

Allerdings sieht das Ganze leider so aus:

Außerdem bietet das Label derzeit einen Rucksack an: Er vereint das Beste aus Schlüsselketten, Green Day-Merchandise und diesen lustigen Ski-Mützen, die aussehen, als hätte man bunte Haare.

Auch hier gibt es natürlich Fotos:

Falls du irgendeines dieser Teile ansprechend findest – okay.

Eine vorsichtige Frage aber: Bist du sicher, dass das in zehn Jahren immer noch der Fall sein wird? Oder in fünf? Zwei?

Ja, hm, naja.

Mode ist eben immer auch das – eine Mode, also etwas, das die Menschen nur eine Zeit lang vom Hocker reißt und danach eher für hochgezogene Augenbrauen sorgt.

Für alle, die nicht Kylie Jenner oder Gigi Hadid heißen, also: keine Multimillionärinnen sind, die zusätzlich auch noch alles geschenkt bekommen, ist es aber eigentlich wünschenswert, dass man sich für seine Klamotten nicht nach einer Saison in Grund und Boden schämt.

Besonders, wenn es sich dabei um ein kostspieliges Designer-Stück handelt. Zum Beispiel von Prada.

Unter diesen Vorzeichen ist es eigentlich erstaunlich, dass dieses weiße Shirt von Prada gerade so viel Hass abbekommt. 

(Bild: Prada)

Zwei Ärmel, der Teil, wo der Oberkörper reinkommt, ein bisschen Kragen. Über der Brust ein winziges Dreieck, das nur von echten Kennern als Hinweis auf deine edelitalienische Herkunft erkannt werden dürfte. Ein T-Shirt, das tatsächlich nicht so viel ist, außer: weiß

Ob dieses Baumwoll-Shirt tatsächlich die 310 Euro wert ist, die es selbst im Sale noch kostet? Fraglich – selbst, wenn es unter den fairsten Bedingungen hergestellt wäre (für die Prada nicht unbedingt bekannt ist).

Ob es deshalb aber angemessen ist, das Label als "Dreck" zu bezeichnen, so wie es online gerade viele tun, die den Link zu dem Online-Shop teilen (The GuardianDaily Mail)? Ebenfalls fraglich.

Denn, let’s be real here: 

Von einem gescheiten weißen Shirt hat man doch am Ende viel mehr als von einem Troll-Rucksack, einem Cargo-Kleid oder einem Pulli, in dem es zieht wie Hechtsuppe. 

Weiße T-Shirts sind seit mindestens 100 Jahren in, und werden, wenn alles so läuft wie bisher, es auch noch weitere 100 Jahre sein. Man kann sie zur Jeans tragen oder zum Plissee-Rock, zum Strand oder zur Arbeit. Und selbst, wenn man sie gar nicht mehr tragen kann, kann man sie zumindest noch drunter tragen. 

Den Hatern sei also gesagt: Fahrt eure Mistgabeln wieder ein, und freut euch über ein modisches Evergreen, das jedes Applikations-Gewitter überleben wird.


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