Bild: Unsplash / Anne Marie Pronk

Die Pulli-Zeit ist zurück! Jetzt, wo es kalt wird, holen wir alles Warme und  Gestrickte aus dem Schrank. Und dann die Ernüchterung: Der Lieblingspulli ist voller Fusseln. Die gemütliche Strickjacke besteht fast nur noch aus Mini-Wollknäueln. Aber bevor wir die guten Teile in die Tonne schmeißen und schon wieder shoppen: Gibt es da nicht eine nachhaltigere Lösung? 

Wie wird man die Knötchen los? Und gibt es Wege, um Fusseln und Knötchen auf unseren Klamotten vorzubeugen? Wir haben nachgefragt: Bei Prof. Ulrike Schempp, Professorin für Textiltechnik an der HAW Hamburg.

Woher kommen die Fusseln überhaupt?


"Es handelt sich dabei um einzelne Fasern, die aus dem Fadenverbund herausrutschen", erklärt Schempp. "Die Garne halten in Kleidungsstücken nur zusammen, weil die Fasern untereinander Reibung entwickeln. Wenn die Fasern zu kurz oder sehr glatt sind, dann ist die Reibung zu gering und einzelne Fasern rutschen aus dem Verbund heraus."

Passiert das auch bei teuren Kleidungsstücken?

Grundsätzlich sind alle Klamotten anfällig für Fusseln und Knötchen – ganz egal, wie teuer sie waren. "Es kann aber sein, dass günstigere Kleidung eher zu Pilling neigt, weil mehr preiswerte Stoffe mit kürzeren Fasern verwendet werden", sagt die Expertin. "Für hochwertige Produkte werden oft längere Fasern verwendet, damit der Verbund in der Fläche besser gewährleistet werden kann."

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Aber: Das gilt nicht für Kaschmir – das Edelmaterial ist sogar besonders anfällig. "Für Kaschmir werden Ziegen nicht geschoren, die Haare werden nur herausgekämmt. So kommt es zu unterschiedlich langen Fasern", sagt Schempp. "Kaschmir pillt immer, das gehört einfach zu seinem Charakter."

Welche Rolle spielt das Material beim Pilling?

Kaschmir ist also ein Sonderfall. Wie sieht es bei anderen Stoffen aus? "Alle Materialien haben unterschiedlich glatte Oberflächen, deshalb gibt es auch unterschiedlich starkes Pilling", sagt die Professorin. "Gröbere Wolle pillt wesentlich weniger, da die Fasern untereinander verhaken und weniger herausrutschen." Baumwolle hingegen ist ziemlich anfällig: "Die Fasern sind tendenziell recht kurz, das sieht man leicht, wenn man sich eine Baumwollblüte anschaut", sagt Schempp. "Tierhaare können bis zu fünf Zentimetern lang werden – sie halten entsprechend besser im Verbund."

Aber: Bei allen Naturmaterialien hört das Pilling irgendwann auf. "Wenn alle gefährdeten Fasern herausgefallen sind, stellt sich eine Beruhigung ein", erklärt die Fachfrau. "Bei Chemiefaserstoffen sind die Fasern nicht in der Länge begrenzt, deshalb fallen die Knötchen nur ein Stück heraus, aber nicht vollständig ab." Beim Acrylpullover ist also kein Ende in Sicht, weil die künstlichen Fasern viel länger sein können als ihre Gegenstücke aus Baum- oder Schafswolle.

Wie werden wir die Fussel los?

Bei hartnäckigen Fadenknötchen hilft die klassische Fusselrolle nicht weiter. Sie kann höchstens ein paar Haare entfernen – oder Fasern von dem schwarzen Pulli, den wir überm weißen Shirt getragen haben. "Viele Fachleute arbeiten mit Einwegrasierern, um die Knötchen zu entfernen", sagt Schempp. "Dabei muss man aber sehr vorsichtig sein, da es passieren kann, dass man ein Loch in das Kleidungsstück schneidet, wenn man zu fest aufdrückt." Wer es trotzdem probieren will: 

  • Kleidung auf einer glatten Oberfläche gut glatt ziehen.
  • In eine Richtung rasieren. 
  • Nicht drücken. 
  • Und die abrasierten Knötchen mit der Fusselrolle oder ein bisschen Klebebad von der Kleidung zupfen. 

Eine Alternative sind elektrische Fusselrasierer, die es für genau diesen Zweck zu kaufen gibt. Sie funktionieren ähnlich – nur ohne das Risiko, dass wir etwas kaputt machen. Übrigens sind solche Rasierer auch super für Leute, die gerne Second-Hand-Klamotten kaufen. Modebloggerin Karina Athmann von bezeichnet die Fusselrasierer als "beste Erfindung, seit es Vintage gibt." (Madeofstil).

In manchen Geschäften gibt es auch Pillingsteine. Mit ihrer Hilfe soll man Knötchen von der Kleidung abreiben können. Aber auch hier muss man – besonders bei dünnenn Stoffen – mit Fingerspitzengefühl arbeiten. 

Wie kann man das Fussel-Risiko von Anfang an minimieren?

"Man dürfte sich nicht bewegen. Das wäre der einzige Weg, um Pilling wirklich zu vermeiden", sagt Ulrike Schempp. Heißt also: Wir kommen nicht an Fusseln und Knötchen vorbei. Aber sie werden weniger, je weniger Reibung sie ausgesetzt sind. "Pills bilden sich vor allem, wenn sich die Arme am Oberkörper reiben." Auch die Tasche auf der Schulter oder der Backpack auf dem Rücken kann Folgen haben. Genau wie die Waschmaschine: „Man sollte Kleidung im Wollprogramm und mit so wenig Bewegung wie möglich waschen“, rät Schempp. "Am besten ist es, die Kleidung im Anschluss nicht in den Trockner zu geben. Denn alles, was mechanische Reibung verursacht, fördert das Pilling."  


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Hündin gibt sich als Streunerin aus, um an kostenlose Burger zu kommen
Not all heroes wear capes ❤️

Jede Nacht Burger futtern und dafür nichts zahlen – ein Traum, nicht wahr? Eine Hündin hat sich diesen Traum erfüllt und sich jede Nacht von Besucherinnen und Besuchern eines Schnellrestaurants  füttern lassen. Ihre Strategie war genial: Sie gab vor, eine Streunerin zu sein.

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