Bild: Karina Papp, Anna Rakhmanko, Montage: bento
Kann das funktionieren?

Der Rücken leicht gebeugt, der Blick gesenkt – mit geübter Model-Pose präsentiert Karina einen ihrer vielen Looks auf Instagram. Das Outfit aus kariertem Blazer, ledernen Budapestern und weißen Socken sieht hochwertig aus. Es erinnert an die High-Fashion-Montur von Bloggerin Caro Daur oder Mode-Ikone Olivia Palermo.

Gemeinsam mit ihrer Freundin Anna präsentiert Karina regelmäßig neue Streetstyles aus Berlin. Seit einem halben Jahr haben die gebürtigen Russinnen, die in Berlin leben, einen Modeblog auf Instagram. 

Kulissen wie Neukölln oder Kreuzberg und typische Blogger-Posen lassen die Fotos auf den ersten Blick ziemlich klischeehaft wirken: Sieht aus wie jeder andere hübsche Account in dem Netzwerk.

Doch etwas ist anders: Die Klamotten, die auf found_on_the_street gezeigt werden, sind – wie der Name sagt – von der Straße. 

Im Gegensatz zu anderen Bloggerinnen präsentieren Anna und Karina keine neue Markenkleidung, sondern nur das, was entsorgt wurde. Die Idee dazu entstand in den Straßen von Berlin: dort, wo Anna und Karina immer häufiger Kartons in Hauseingängen bemerkten, die mit der Notiz "Zu verschenken" versehen waren. In den Kisten stapelten sich aussortierte Gegenstände, mit dabei war auch jede Menge Kleidung. Zusammengeknüllt, vom Regen durchweicht – aber dadurch nicht weniger wert.

"Wir wollten diese Fundstücke präsentieren", sagt Karina. In einer Welt, in der es gar nicht schnell genug um neue Kollektionen gehen kann, in der Stars und Influencer Tag für Tag neue Kooperationen mit Modemachern eingehen und immer mehr Druck auf ihre Follower ausüben: Kauft das, frische Ware!

Mit ihrem Blog verspotten Anna und Karina genau diese Haltung, die ständig zum Kaufen animiert. Die beiden 29-Jährigen, die auch als Autorinnen und Übersetzerinnen arbeiten, wollen zeigen, dass es auch anders geht. Langsamer, echter.

Die gezeigten Outfits tragen die beiden auch privat, bis auf ein paar wenige Ausnahmen versuchen sie, Shoppen in Geschäften zu vermeiden. Allerhöchstens Schuhe kaufen sie sich.

"Neue Klamotten einzukaufen fällt mir schwer. Ich langweile mich in vielen Läden", sagt Anna. Ab und zu schaue sie noch bei einem Secondhand-Shop vorbei – aber nur, wenn sie etwas Bestimmtes brauche. Auf aktive Suche machen sich die beiden jedoch nur selten – das Angebot auf der Straße sei ausreichend.

Und so verblüffend schön sind die Klamotten, die andere verschenken:

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Das Konzept der Frauen scheint aufzugehen, und wer sich ihren Blog anschaut, der stutzt: Es ist keinem der Teile anzusehen, dass jemand sie nicht mehr haben wollte. Alle Kleidungsstücke sehen neu aus – oder sie sind zumindest in dem angesagten Vintage-Stil, der in den Läden gerade ohnehin auf den Stangen hängt. 

Wenn all das in Geschenke-Kisten auf der Straße stand, muss das heißen, dass Menschen sich bewusst davon trennen wollten – völlig intakte Klamotten, ohne Flecken, ohne Löcher. Wer das weggeschmissen hat, um neuen Platz in seinem Schrank zu machen, der trägt dazu bei, dass man unsere Gesellschaft auch Überfluss-Gesellschaft nennt, so die Botschaft des Blogs. 


Tech

Videoanrufe mit bis zu 16 Personen – das sind die neuen Snapchat-Funktionen
Auch die Storys bekommen ein neues Feature.

Bei Snapchat kannst du bald Gruppenanrufe mit bis zu 16 Freunden machen. Die App bekommt derzeit ein entsprechendes Update. Bis kommenden Montag sollen alle Nutzer das neue Feature nutzen können. Außerdem können die Nutzer künftig ihre Freunde in Storys taggen. (The Verge)

Wie funktionieren die Video-Anrufe?

  1. Erstelle eine Gruppe mit Freunden.
  2. Die eingeladenen Kontakte erhalten eine Beitrittseinladung, die sie bestätigen können.
  3. Wird die Einladung angenommen, kann der Video-Anruf losgehen.

Das Besondere: Die sogenannten "Augmented Reality Lenses" können auch hier eingesetzt werden. Heißt: Hunde-Filter und Co. können wie in den Storys verwendet werden.