Nicht alle sind begeistert.

H&M hat eine Pride-Kollektion entworfen. Seit heute kann man sie online und in den Filialen kaufen: T-Shirts auf denen "Equality", "Pride" und "Love" steht, geschmückt von Regenbogenfarben und Glitzer

Ein Teil des Gewinns soll an einen guten Zweck gehen, nämlich dem weltweiten Kampf für die Rechte der LGBTQ-Community. Das schwedische Modeunternehmen wirbt für die neue Kollektion mit queeren Prominenten: Etwa dem olympischen Freestyle-Skifahrer Gus Kenworthy, der Musikerin Kim Petras, Rapper und Drag Queen Aja, sowie dem Model Gabrielle Richardson. 

"H&M ist davon überzeugt, dass jeder das Recht hat, den zu lieben, wen er will", sagt Andreas Lowenstam, der Leiter des Bereichs für Herrenbekleidung. 

WIR GLAUBEN AN LIEBE FÜR ALLE 💗👬👫👭💗 10 % des Verkauferlöses der Produkte aus unserer "Love for All Kollektion"...

Gepostet von H&M am Donnerstag, 31. Mai 2018

Wir wollten von queeren Menschen wissen, wie sie die Aktion von H&M finden. In unserer Facebook-Gruppe "Queer in Deutschland" sind mehr als 1200 junge Menschen, die sich für LGBT-Themen interessieren. Wir haben sie gefragt.

Das sind ihre Antworten:
"Ich find's falsch, sich als was besonderes herauszustellen. Wieso nicht einfach normal sein und wenn jemand Fragen zur Sexualität hat, freundlich darüber sprechen."
"Wer zeigen will, dass er Liebe und Akzeptanz für alle Menschen dieser Welt hat, der kauft nicht bei H&M, sondern sucht sich Marken, deren Herstellungsverfahren für ihre Kleidung Fairtrade und auch möglichst Bio sind."
"Zudem finde ich es abstoßend, dass H&M jetzt die Möglichkeit nutzt, selbst aus einer sexuellen Orientierung einen gewinnbringenden Trend zu schaffen."
"RAINBOW CAPITALISM!"
"Ich möchte akzeptiert und integriert werden. Damit wird wieder eine extra Wurst gebraten und so getan, als wäre "Pride" was extra. Sind doch alle Menschen!"
"Gerade heute hab ich mir überlegt, wie schade es eigentlich ist, dass wir hier keinen Laden haben, in dem wir Pride-Zeugs oder sowas kaufen können."
"Wenn das Heteros so machen ist das Homophobie, aber wenn jetzt alle anderer Sexualität nur noch solche Klamotten tragen – und ja, ich sehe das jeden Tag – dann ist das jetzt cool und in Ordnung? Mh, ich weiß nicht."
"Ich finde die Sachen gut, um Akzente zu setzen und damit Statements wie Vielfalt, Liebe und Akzeptanz zu allen Menschen der Welt."
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Es zeigt sich: Die Meinungen sind gespalten. Einige sehen die Kollektion als Möglichkeit, um Bewusstsein für die queere Community zu schaffen. Andere haben den Eindruck, H&M versuche das Thema zu benutzen, um Profit daraus zu schlagen und sich selbst als weltoffen zu inszenieren.

H&M hat in den vergangenen Monaten mehrmals negative Schlagzeilen gemacht: Der schwedische Modekonzern zeigte zum Beispiel in seinem britischen Onlineshop ein Foto, auf dem ein schwarzer Junge einen Pullover mit dem Aufdruck "Coolster Affe im Dschungel" trägt. (bento)

Queer in Deutschland

Du lebst queer oder interessierst dich für das Thema? In unserer Facebook-Gruppe diskutieren wir über queeres Leben in Deutschland. Hier kannst du Mitglied werden.

Wir nehmen nur Menschen in unsere Community auf, die ein echtes Interesse an LGBTQ-Themen zeigen und noch im bento-Alter sind. Ein vertrauter Austausch ist uns wichtig. Deswegen kann es manchmal etwas dauern, bis neue Anfragen beantwortet werden.

Ein paar Wochen später warb H&M ungefragt mit den Bildern eines Streetart-Künstlers – und wollte ihn dann auch noch verklagen, als dieser sich wehrte. (bento)

Mit unterschiedlichen Kampagnen versucht H&M sein Image zu verbessern. Beispielsweise führten sie vor einigen Wochen einen Reparaturservice für beschädigte Kleidung ein, weil sie sich – nach eigenen Angaben – für das Thema Nachhaltigkeit einsetzen wollen. (bento

Die CSD-Kollektion könnte auch ein Mittel sein, um die Marke in ein besseres Licht zu rücken. 


Today

Hier hängt heute ein Kreuz
Pfiat di!

Seit dem 1. Juni gilt in Bayern der Kreuz-Erlass. Künftig sollen Bayerns Behörden in ihren Eingangshallen christliche Kreuze anbringen. Das hatte die CSU beschlossen (bento).

Also: Ministerien, Polizeireviere, Bauämter oder Gerichtsgebäude. Insgesamt über tausend sogenannte Hauptdienststellen. Ämter der Kommunen, Bezirke oder Landkreise sind nicht betroffen, genauso wenig Bundesbehörden in Bayern.

Auch Theater, Opernhäuser, Museen, Grundschulen, Mittelschulen und Förderzentren sowie Gerichtssäle müssen die Kreuzverordnung nicht befolgen. Für sie gilt allerdings eine Empfehlung, es zu tun.