Rasierte Köpfe. Fila-Shirts. Wodka, in großen Lettern als Statement-Aufdruck. Der russische Designer Gosha Rubchinskiy mag es gerne härter als viele seiner Kollegen.

Statt auf cleane Editorials setzt er auf das echte Leben. Models, die für seine Shows laufen, eint vor allem eines: Jene jugendliche Attitüde, die jenseits des 20. Lebensjahres nur noch schwer zu erreichen scheint.

This young Russian designer’s research combines the hard and tormenting aesthetic of post-Soviet youth culture in Russia.
Lapo Cianchi, Pitti Immagine Director of Communications
In der Fotostrecke: Die Musen aus Gosha Rubchinskiys SS17 Show
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Seit der Labelgründung 2008 hat es der 31-jährige Designer mit Punk-Vergangenheit geschafft, eine Art Anti-Fashion-Community um sich zu scharen.

Aufmerksam studiert Rubchinskiy, was seine Freunde und Skater im Teenageralter machen und überträgt den russischen Akzent auf international distribuierte Modekollektionen. Das kommt an: Seit 2012 wird seine Mode von der Avantgarde-Marke "Comme des Garçons" produziert und vertrieben, sogar russische Millionäre mögen seine Mode – auch oder gerade weil man sieht, dass sie aus einem Moskauer Wohnsilo kommt (Zeit Magazin).

Kategorien wie schön und hässlich spielen für den Nonkonformisten keine Rolle. Vergangenen Monat zeigte der Russe seine Sommerkollektion in Florenz.

I do things about Russia because I grew up there and those are the things I really know.
Gosha Rubchinskiy

Yu Fujiwara, ein in London arbeitender Fotograf, lichtete Rubchinskiys Musen auf der Afterparty in einem ehemaligen Fabrikgelände ab. Ein Ort, mitten in der Toskana, an dem Models, Visagisten, Stylisten und Fotografen entspannt zusammen abhängen konnten.

Seine Fotos auf Instagram erinnern an hochwertige Reisereportagen. Die jungen Frauen und Männer scheinen sich nicht von der Kamera bedroht zu fühlen, im Gegenteil. Professionell schlüpfen sie in die redesignten Klamotten ihrer Eltern. Den Betrachter treffen provokante Blicke von Jugendlichen, die keinen Regeln folgen.


Art

Diese Künstler finden Liebesschlösser peinlich und wollen sie einschmelzen
Huch?

Für viele Paare sind sie der Beweis romantischer Liebe, andere sehen in Liebesschlössern eine ästhetische Belästigung. Die Künstlergruppe Frankfurter Hauptschule sagt jetzt mit der Aktion "Stahlbad ist 1 Fun" Vorhängeschlössern an Brücken den Kampf an. Die Gruppe von zehn anonymen Künstlern will die Liebesschlösser am Eisernen Steg in Frankfurt einschmelzen und aus ihnen eine Skulptur gießen.

Mit Liebesschlössern wollen Paare ihre ewige Liebe symbolisieren. Eigentlich doch ganz harmlos – oder?

Frankfurter Hauptschule: Nicht für uns. Wir sind gegen diese Knastsymbolik in der Liebe. Vorhängeschlösser leuchten uns als Zeichen der Zuneigung nicht ein. Dass die Schlösser in Massen an europäischen Brücken hängen, finden wir widerlich und bekämpfenswert. Es sind moderne Keuschheitsgürtel, es geht nicht um Liebe, sondern um Besitz.