Weg mit den Bügeln!

Viel zu lange schon wurden Brüste in enge Metallkäfige gesperrt – und mit ihnen auch die Frauen selbst. Denn besagte Drahtkäfige sollen als Busenhalter vor allem eines: Die natürlichen Formen von Brüsten verdecken. Es soll nicht zu sehen sein, dass Brüste auch mal unterschiedlich groß sind oder dass sie – Hilfe! – einen Nippel besitzen.

Der BH hat Brüste lange Zeit zu gleichförmigen, runden und hochgeschnürten Paketen werden lassen. Ansprechend, aber nicht vulgär, so sollten auch Frauen sich benehmen.

Diese Zeiten sind langsam aber sicher vorbei. Die #metoo-Bewegung zeigt einmal mehr: Frauen lassen sich nicht mehr unterdrücken. Und auch in den Regalen der Modeketten findet eine kleine Revolution statt. Harte Metallbügel machen Platz für luftige, bügelllose Modelle. Wie Leni diese Veränderung einschätzt, siehst du oben im Video.

Mic Drop auf Snapchat

Mic Drop, das ist: Eine Person, ein Thema, eine Meinung. Jede Woche neu und zuerst bei Snapchat. 

Hier siehst du alle Folgen. 👻 


Gerechtigkeit

Dänemark zeigt, wie man Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen loswird
Mehr Transparenz führt zu mehr Gerechtigkeit, zeigt eine Studie.

Noch immer bekommen Frauen und Männer in Deutschland nicht den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit – der vom Statistischen Bundesamt erhobene Lohnunterschied, auch Gender Pay Gap genannt, lag 2017 bei 21 Prozent. Männer verdienten also im Durchschnitt brutto pro Stunde 21 Prozent mehr Geld als Frauen.

In Dänemark wurde bereits 2007 mit einem Gesetz versucht, gegen den Gender Pay Gap vorzugehen – und das offenbar mit Erfolg, wie eine Studie nun zeigt. 

Was wurde in Dänemark eingeführt?

2007 trat der sogenannte "Equal Pay Act" in Kraft. Seitdem müssen unter anderem Unternehmen mit mehr als 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern offenlegen, wieviel Gehalt Frauen und Männer bei ihnen bekommen. 

Festgeschrieben wurde außerdem, dass Männern und Frauen der gleiche Lohn gezahlt werden muss und dass die Behörden sich aktiv gegen geschlechtliche Diskriminierung einsetzen sollen.

Was hat sich mit dem Gesetz geändert?

Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern haben sich nun in einer Studie angesehen, ob sich mit dem Gesetz auch tatsächlich etwas getan hat. Dafür betrachteten sie die Lohnentwicklung von dänischen Männern und Frauen von 2003 bis 2008, also vor und nach Einführung des Gesetzes. (Bloomberg)

Das Ergebnis: In Unternehmen, die offenlegen mussten, wie sie Männer und Faruen bezahlen, stiegen die Löhne aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – allerdings stiegen die von Frauen stärker und glichen sich damit mehr den Löhnen der Männer an. 

Im Vergleich zu Firmen, in denen die Lohnunterschiede nicht offengelegt werden mussten, seien die Löhne von Männern in den Unternehmen mit Lohntransparenz weniger stark gestiegen. Das heißt, die Frauen bekamen den größeren Anteil der Lohnsteigerungen.

Der Gender Pay Gap habe sich bei den untersuchten Unternehmen um sieben Prozent verringert, so die Wissenschaftler in der Studie. Sie schließen daraus: Transparenz beim Gehalt wirkt – und stärkt die Lohngerechtigkeit. 

Was bedeutet das für Deutschland?

Auch hierzulande soll ein Gesetz dabei helfen, den Gender Pay Gap zu schließen, doch das deutsche "Lohntransparenzgesetz" geht nicht so weit wie in Dänemark. Seit 2018 können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten erfragen, wieviel Kolleginnen und Kollegen des anderen Geschlechts verdienen, die in einer ähnlichen Position wie man selbst arbeiten. Die Auskunft ist also nicht so allumfassend wie in Dänemark.

Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Ausnahmeregelungen, welche die Wirkung des Gesetzes infrage stellen. So muss es beispielsweise mindestens sechs Beschäftigte des anderen Geschlechts in der Position geben, damit man eine Antwort erhalten kann. 

Der tatsächliche Nutzen des Gesetzes für die Schließung des Gender Pay Gap in Deutschland ist daher womöglich geringer – dabei zeigt Dänemark gerade, dass wirkliche Transparenz etwas ändern kann.