"Länger als zwei Stunden ist das nicht auszuhalten."

Sie basteln stundenlang an ihren Kostümen, um sich einmal wie ihr Lieblingscharakter zu fühlen – das sind wahre Fans. Auf der Comic Con in Berlin treffen sich an diesem Wochenende Tausende Liebhaber von Comics, Fantasy- und Science-Fiction-Romanen.

Wir haben Catwomen, Dr. Evils und Hexenmeister gefragt: Wie viel Arbeit steckt ihr in eure Outfits? Und wieso ist euer Charakter der beste?
Jessica, 29, als Catwoman
Jessica, 29(Bild: Annika Leister)

Jessicas Vorbild für das Outfit: Schauspielerin Michelle Pfeiffer. "Sie bringt als Einzige die Zerrissenheit und das Gestörte dieses Charakters wirklich rüber." Den Latex-Body gab es fertig zu kaufen, aber Jessica musste noch viel ab- und umnähen. Drei Wochen hat es gedauert, bis die Krallen perfekt saßen.

Das knallenge Outfit zieht sie nur auf Conventions an, an Halloween und Karneval hängt es im Schrank. "Sonst wird man ständig angemacht."

Die buntesten Kostüme von der Comic Con in einer Fotostrecke

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Jens, 32, als Geisterjäger
Jens, 32(Bild: Annika Leister)

Unter der Woche Industriemechaniker, heute Geisterjäger – Jens ist sein eigener Kinderheld: Peter Venkman, gespielt von Bill Murray, aus den "Ghostbusters"-Filmen. Wieso gerade Venkman? "Der hat auch wenig Haare", sagt Jens. Normalerweise ist er nicht alleine unterwegs, sondern mimt mit seinen Freunden die ganze Ghostbuster-Crew.

Ein halbes Jahr lang hat die Clique an ihren Protonenstrahlern gebastelt: Dafür klebt jetzt nicht nur der Warnhinweis an der perfekten Stelle, auch die Licht- und Soundeffekte stimmen genau.

Simone, 31, als Hexenmeister
Simone, 31(Bild: Annika Leister)

Dieses blinkende und leuchtende Kostüm von Simone hat sie komplett selbstgemacht, in 450 Stunden schätzt sie. Drei Monate Arbeit. Auf der Comic On kann sich die 31-Jährige vor Selfie-Anfragen kaum retten. Ihr Charakter stammt aus dem Computerspiel "World of Warcraft", dort ist sie ein Hexenmeister.

Dem bleibt sie trotz zahlreicher Alternativen im Spiel immer treu.

Christian, 27, als Alien
Christian, 27(Bild: Annika Leister)

Christian schwitzt Bäche. Gefühlte 70 Grad heiß sei es in seinem Alien-Kostüm. "Länger als zwei Stunden ist das nicht auszuhalten." Das Rohmaterial für das Kostüm hat er aus den USA bestellt und dann acht Monate lang Alienkopf und den Körper modelliert.

Die "Alien"-Reihe aus den Siebzigerjahren fasziniert Christian: "Ich hatte schon immer was übrig für andere Welten und außerirdische Lebensformen."

Melanie, 22, als Jaina Proudmoore
(Bild: Annika Leister)

Ameelah ist Melanies Lieblingscharakter aus dem Spiel "World of Warcraft". Warum? "Sie macht, was sie will. Sie ist verrückt, aber immer vollkommen überzeugt, von dem, was sie tut." Seit 11 Jahren zockt Melanie WoW.

Für die Comic Con ist sie extra aus der Schweiz angereist.

Raphael, 35, als Dr. Evil
Raphael, 35(Bild: Annika Leister)

Für Raphael ist es die erste Comic Con. Bei der Premiere sollte es nicht irgendein Charakter sein – sondern der böseste von allen: Dr. Evil aus den Austin-Powers-Filmen. Nicht nur das Make-up ist selbstaufgetragen, auch Dr. Evils tierischer Begleiter, die Katze Mr. Bigglesworth, hat Raphael selbst geschneidert.

Celina, 28, und Marius, 26, als Figuren aus "Chihiros Reise ins Zauberland"
​Celina, 28, und Marius, 26(Bild: Annika Leister)

Celina und Marius gehen am liebsten im Partnerkostüm. Dieses Mal als Hauptfiguren aus dem oft prämierten japanischen Zeichentrickfilm "Chihiros Reise ins Zauberland". Marius ist der Geist Ohngesicht und knapp zwei Meter groß in seinem Kostüm. Damit das riesige Ohngesicht nicht vom Kopf kullert, trägt Marius noch einen Helm. Beide Kostüme hat Celina selbst geschneidert.

Fred, 31, als Joker
Fred, 31(Bild: Annika Leister)

Bei Fred sitzt alles: Das Make-up, der Akzent, die Gesten. Heath Ledger als Joker aus den "Batman"-Filmen lässt grüßen. Eigentlich kommt Fred aus Chicago, wohnt aber nun in Bayern. Warum der Joker? "Ich liebe ihn", sagt Fred. "Er will immer nur spielen, seinen Spaß haben – und realisiert manchmal gar nicht, wie böse er wirklich ist." Beim Perfektionieren der Narben hat Freds Frau geholfen.

Carolin, 29, als Harley Quinn
Carolin, 29(Bild: Annika Leister)

Vorsicht! Verwechslungsgefahr! Carolin ist zwar Harley Quinn, die Geliebte des Jokers aus dem "Batman"-Universum. Aber mit dem gerade im Kino gelaufenen Film "Suicide Squad", in dem Quinn eine der Hauptrollen übernimmt, will sie nichts zu tun haben: zu Mainstream. "Mein Kostüm stammt aus dem Spiel 'Batman Arkham Knight'", sagt Carolin. Im echten Leben ist Carolin Hörgeräteakustikerin in Magdeburg. Ein Jahr lang hat sie die perfekten Klamotten für ihr Kostüm gesucht.

Aryan, 34, als Harley Quinn
Aryan, 34(Bild: Annika Leister)

Noch eine Harley Quinn: Rot-weißes Outfit und mit Riesenhammer – wie in den Comics. Die Holländerin Aryan hat denselben Job wie die Comicfigur: "Ich bin Psychologin – da war klar, wer ich sein würde." Anderthalb Monate hat sie an ihrem Kostüm gebastelt. Der sechs Kilo schwere Hammer besteht aus einem Holzrahmen, gefüllt mit Kissen. "Vier Leuten konnte ich heute schon eins drüberziehen", scherzt Aryan.

Monique, 26, als eine Mischung aus Jedi-Kriegerin Ayla Secura und Fan-Kunst
Monique, 26(Bild: Annika Leister)

Mehr als 20 Kostüme hat Monique im Kleiderschrank hängen. Sie nimmt sie ständig wieder auseinander, verändert und setzt sie neu zusammen. Heute ist sie eine Eigenkreation: Eine Mischung aus der Jedi-Kriegerin Ayla Secura und Fan-Kunst. Die blaue Kämpferin fasziniert sie, weil sie es im Männern dominierten "Star Wars"-Universum bis in die geweihten Reihen geschafft hat. Ihr Hobby hat Monique schon zum Beruf gemacht: Früher arbeitete sie als Verkäuferin, inzwischen als Schneiderin.

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