Die Instagrammerin soll nun entschädigt werden.

Die Berliner Verkehrsgesellschaft BVG steht gerade eigentlich richtig gut da: Mit witzigen Social-Media-Aktionen wie dem "Is mir egal"-Video, mutigen Twitter- und Facebook-Kommentaren und selbstironischen Werbeclips hat der Verkehrsbetrieb sich wieder beliebt gemacht

Und der neue Slogan "Weil wir dich lieben" soll vermitteln: Wir kümmern uns um deine Probleme und tun unser Bestes. (Pressesprecher.com) Volle Züge, nerviger Ersatzverkehr und die Tatsache, dass der kostenlose WLAN-Zugang in der Bahn schwule und lesbische Inhalte filtert, waren dabei fast vergessen. 

Nun hat sich die Werbeabteilung der BVG allerdings einen peinlichen Fehltritt geleistet: 

Für eine aktuelle Plakatwerbung kopierte sie 1:1 das Foto einer Instagrammerin – ohne diese vorher zu fragen. 

Es handelt sich um die Instagrammerin Anthea. Auf der Facebook-Seite der BVG postete sie den Vorwurf mitsamt einer Gegenüberstellung der Bilder: 

Copy & Taste - Ihr hättet mich auch einfach fragen können (;

Posted by Anthea Lu on Wednesday, November 15, 2017


Von der Mütze über die Kette, den gelben Hintergrund und sogar die Haarfarbe: Die Ähnlichkeit ist unverkennbar. Anthea selbst hat gerade 2.000 Follower auf Instagram – nicht viel, aber auch nicht wenig. Hätte sie es nicht selbst gemerkt, wäre die Kopie wohl nicht aufgefallen. 

Oh, sorry, sorry, sorry, sorry, sorry!
Die BVG auf Facebook.
Die BVG gibt den Fehler offen zu.

Unternehmens-Sprecherin Petra Reetz ist der Vorfall peinlich – vor allem, weil das Bild von einer externen Agentur geliefert wurde: "Die haben uns das Bild für unsere Kampagne angeboten und wir haben uns dafür entschieden. Dass es abgeguckt war, wussten wir ja zu dem Zeitpunkt nicht", sagte sie zu bento. 

Die Agentur sei nach dem Vorfall zurechtgewiesen worden, über weitere Schritte werde nachgedacht. Sprecherin Reetz ist sauer: "Wir haben gerade eine sehr erfolgreiche Imagekampagne laufen, da passt so etwas natürlich nicht rein." 

Warum ist das ein Problem?

Nicht nur das ungefragte Nutzen eines Bildes, sondern auch das Nachstellen eines Fotos kann als Urheberrechtsverletzung eingestuft werden – je nachdem, wie groß die "Schöpfungshöhe" des Originals ist. In diesem Fall handelt es sich eindeutig nicht um einen spontanen Schnappschuss oder eine beliebige Landschaftsaufnahme, sondern eine bewusste Inszenierung. 

Die BVG  hat nun auch Kontakt zu Instagrammerin Anthea aufgenommen, um sie für das ungefragte Kopieren zu entschädigen. Petra Reetz sagt: "Die junge Frau bekommt nun ein Honorar, sie wird dafür anständig bezahlt. Alles andere wäre unmöglich." 

Zu welchem Ergebnis die Verhandlungen gekommen sind, wollten beide Parteien nicht sagen.


Fühlen

Wie Patrick mit einer einzigen Nachricht auf Jodel viele Menschen weniger einsam machte

Manchmal kann ein einziger Abend dein ganzes Leben verändern.

So erging es Patrick Cakirli, als er sich im Dezember 2016 dazu entschied, eine Nachricht auf Jodel zu veröffentlichen:

"Ich bin verzweifelt auf der Suche nach neuen Freunden. Ich bin einsam und gehe durch die härteste Phase meines Lebens. Ich werde zwischen 14 und 20 Uhr auf den Stufen vor dem Rathaus sitzen. Ich trage eine schwarze Hose und habe eine North Face-Tasche."