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Vier Antworten zur umstrittenen Strategie

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Was ist passiert?

Die Modemarke Burberry zerstört jedes Jahr Produkte im Wert von Dutzenden Millionen Euro. Allein im vergangenen Jahr vernichtete die Firma Modeartikel und Kosmetikprodukte im Wert von umgerechnet 32 Millionen Euro. Das geht aus dem jüngsten Geschäftsbericht hervor.

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Warum ist das wichtig?

  1. Die Zerstörung der Produkte ist natürlich verschwenderisch und Gift für die Umwelt. Laut Bloomberg gefällt das auch einigen Inverstoren nicht. Ein Investor fragte demnach bei der Burberry's Jahresversammlung, warum Investoren die Ware nicht einfach kaufen könnten. Burberry betonte, das Unternehmen spende Lederwaren an ein Unternehmen, das diese Produkte recycle.
  2. Für das Unternehmen ist das ebenfalls kein gutes Zeichen. Eigentlich sollten ein neuer Geschäftsführer und der neue Designer Ricardo Tisci die Bilanz auf Vordermann bringen. Der ehemalige Givenchy-Designer ist eher bekannt für wilde Designs. Dass 2018 nun erneut mehr Waren zerstört werden mussten als im Vorjahr (damals waren es Waren im Wert von 30,1 Millionen Euro), dürfte die Investoren nicht gerade ermutigen. Die Burberry-Aktien waren vergangene Woche in London um bis zu fünf Prozent gefallen. (Wirtschaftswoche)

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Warum tut Burberry das?

Weil das Unternehmen sich vor einem Imageschaden füchtet. Die Marke verspricht vor allem Exklusivität. Wenn man Burberry-Produkte im Schlussverkauf zu Ramschpreisen kaufen kann, wird das Image beschädigt.

Bild: Getty Images/Jack Taylor
Weiße Anführungszeichen
Es fällt uns nicht leicht, Ware zu zerstören.
Aufsichtsratsvorsitzender John Peace

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Machen das andere Marken auch?

Ja. Bei Luxusmarken ist das durchaus übrig. Der Schweizer Uhrenkonzern Richemont kauft Restbestände seiner Marken Cartier, Piaget und IWC sogar zurück, bevor Händler auf die Idee kommen könnten, die Preise zu senken. (SPIEGEL ONLINE)


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