Bild: Kay Nietfeld/dpa

Meterlange Schlangen, Menschen auf Campingstühlen und in Zelten, mit heißem Tee und Kaffee. So sieht es aus, wenn Hunderte Menschen auf einen Schuh mit blauen, roten und schwarzen Flecken warten.

Ja, ok, wer diesen Schuh bekommt, trägt nicht nur das Muster der altbackenen Berliner U-Bahn-Sitze am Fuß – sondern kann auch noch ein Jahr lang umsonst mit allen Bahnen, Bussen und Fähren fahren. Vorausgesetzt man zieht den Schuh auch wirklich an (bento). 

Die Rede ist von diesem Modell der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) in Zusammenarbeit mit adidas:
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In der vergangenen Woche gaben beide Unternehmen die Aktion bekannt, am Dienstagmorgen folgte nun der Ansturm auf die zwei Filialen in Kreuzberg. Seit der Nacht warteten Dutzende Sneaker-Fans beziehungsweise Nahverkehrsnutzer auf den EQT Support 93/Berlin, Instagram ist voll mit Warteschlangen-Fotos. 

Auch die Polizei musste anrücken und die Straße absichern. Um 10 Uhr ging es los, am Mittag waren alle 500 Exemplare weg. 

So sahen die Warteschlangen aus:
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Der Schuh kostete übrigens 180 Euro, ein Jahresabo bei der BVG gibt es ab rund 700 Euro.

Doch wer tatsächlich ein Paar ergattern konnte, für den könnte sich das noch weitaus mehr rechnen. Bei eBay werden Schuhe schon für mehr als 2000 Euro gehandelt. Zwischenzeitlich seien die BVG-Sneaker bei "Kleinanzeigen" sogar für 10.000 US-Dollar angeboten worden (rbb).

Dass es sich dabei schlicht um eine gelungene Marketing-Aktion handelt, gibt die BVG-Sprecherin Petra Reetz offen zu:

"Ja, das ist ein Hype, ja das ist Marketing. Es hätte bestimmt mehr Geld gekostet, in der ganzen Stadt Plakate aufzuhängen", sagt Reetz zu bento.

Ob sie als öffentlich-rechtliches Unternehmen auch überlegt hätten, die Sneaker an Hilfsbedürftige zu verteilen? "Nein", sagt Reetz. "Wir haben ein Sozialticket, Obdachlose fahren umsonst. Es gibt Kinder- und Schülertickets. Manch andere Städte können sich eine Scheibe von uns abschneiden."

Bei Berlinern selbst sorgt die BVG aber auch immer wieder für Ärger. Überfüllte Bahnen, Sperrungen und Verspätungen kann sicherlich auch kein Sneaker dieser Welt vergessen machen. 

Und was hältst du von den Schuhen?

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Die SPD hat sich stärker gegen die CDU durchgesetzt, als viele vermuten
Forscher haben sich das Sondierungspapier noch mal genau angesehen.

Es sind Chaostage in der SPD: In Niedersachsen hat sich der SPD-Vorstand für Gespräche mit der Union ausgesprochen, in Berlin dagegen (bento). 

Auch in anderen Bundesländern sind die Genossen tief gespalten. Viele führende Mitglieder reden seit Tagen von "Nachbesserungen" bei den Sondierungsbeschlüssen und hoffen darauf, CDU und CSU doch noch Zugeständnisse abringen zu können. 

Der Grund: Die SPD hatte mit CDU/CSU ausgelotet, ob beide Seiten zu einer neuen Großen Koalition zusammenkommen können. Viele Sozialdemokraten wollen zwar keine GroKo, die Parteispitze hat nun doch ein gemeinsames Sondierungspapier mit CDU und CSU erarbeitet. Darin, so die Kritik, steckt aber nur noch wenig SPD drin.