Bild: Getty Images / Spencer Platt
Schulden und Sexismus plagen die Firma.

Hoodies, T-Shirts und halbtransparente Wäsche, zusammengenäht in Los Angeles: Mit ein bisschen Fairness und einer großen Portion Sexismus hat Dov Charney seine Kleidungsmarke American Apparel groß gemacht. Diverse Skandale und eine Beinahe-Pleite später ist der Gründer weg. Das half auch nicht mehr: Jetzt hat die Firma Insolvenz angemeldet. Das bedeutet zwar nicht das sofortige Aus für die Marke, nur dass die Firma nicht all ihre Rechnungen zahlen kann, etwa an an Gläubiger und Lieferanten.

Die besten Zeiten hat American Apparel längst hinter sich. Die Zeiten, als die Firma mit Pornostars für seine Leggings Werbung gemacht hat. Als die Verkäufer in den Läden Schnurrbärte und Omabrillen trugen, während der Rest der Welt das Wort "Hipster" noch nicht buchstabieren konnte. Als der damalige Firmenchef Dov Charney vor allem für seinen Penis bekannt wurde und gleichzeitig abstritt, Mitarbeiterinnen zu Nahe gekommen zu sein: War doch alles einvernehmlich!

American Apparel sorgte dafür, dass wir alle gemütliche Kapuzenpullover und T-Shirts in knalligen Farben anzogen. Die Firma zeigte in ihrer Werbung nicht nur Stars, sondern Mitarbeiter — mit Achselhaaren, lasziven Blicken und wenig Stoff.

Wir trauen uns jetzt in Hoodie und Hotpants in die Öffentlichkeit, danke dafür. Aber der notgeile Sexismus kann jetzt weg.

Das könnte man der Marke zu Gute halten: Dass sie in der Öffentlichkeit ganz normale Körper gezeigt hat, ohne Photoshop-Bearbeitung.

Bei American Apparel musste der breitbeinige Dov Charney schon im vergangenen Jahr gehen. Die Zahl der Filialen, zeitweise waren es mehr als 200 weltweit, wurde reduziert. Die Verkäufe gehen seit Jahren zurück, zum Teil ist daran auch der vergleichsweise starke Dollarkurs schuld. Im vergangenen Quartal lag der Verlust bei 19,4 Millionen Dollar.

Schon seit Monaten läuft ein hartes Sparprogramm. Kosten in Höhe von 30 Millionen Dollar sollen gespart werden, weitere Filialen schließen. Die Belegschaft von bisher 10.000 Mitarbeitern schrumpft. Einige Mitarbeiter lasten das der neuen Chefin Paula Schneider an - und ließen sich mit Ex-Chef Cheny fotografieren:

Das war allerdings vor der Insolvenz.

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