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Dit is Berlin: Wer kein Ticket hat, kommt nicht rein. Und: Vorschrift ist Vorschrift. Das musste jetzt auch Remi Saudadier von den Wasserfreunden Spandau erfahren.

Der französische Wasserball-Nationalspieler hatte im Training seine Schwimmbad-Karte vergessen. Kurzerhand ließ ihn der Bademeister rauswerfen – und zwar mithilfe der Polizei, die ihn schließlich aus der Schwimmhalle abführte. So sind nun mal die Vorschriften, wa? (B.Z.)

Schon bevor die Polizei eintraf, waren der 1,98 Meter große Saudadier und der Bademeister aneinandergeraten, wie die "B.Z." schreibt. Wohl auch, weil der Sportler kein Deutsch sprach und der Bademeister "nur berlinerisch". Ursache des Konflikts war, dass Saudadier spontan über eine Absperrung geklettert war, um zu seiner Mannschaft zu kommen. Ein klarer Verstoß gegen die Badeordnung. Allerdings trainiert der Profisportler ohnehin kostenlos in der Halle.

Vereinsvertreter und offenbar auch die Polizisten versuchten die Situation zu entschärfen und diskutierten mit dem Bademeister, teils barfuss, teils in Schuhen am Beckenrand (!), um Saudadier doch noch in die Halle zu lassen. Doch es half nichts. Keine Karte, kein Training.

Die Polizisten und ich redeten eine Stunde auf ihn ein, er ließ sich nicht erweichen. Er habe das Hausrecht.
Peter Röhle, Manager der Schwimmfreunde Spandau (B.Z.)

Am Ende musste der Franzose seine Straßenkleidung wieder anziehen und mit den Polizisten die Schwimmhalle verlassen. Die Berliner Bäderbetriebe stehen übrigens voll hinter ihrem Bademeister. Ein Sprecher sagte der B.Z.: "Unser Mitarbeiter hat sich völlig korrekt verhalten. Die Bademeister können nicht alle Sportler, die endgeltfrei trainieren dürfen, kennen."

Am Wochenende darf Saudadier übrigens vermutlich wieder ins Wasser – dann ist seine Mannschaft zum Auswärtsspiel in Duisburg.

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