Wenn du extra eine Wintersportart lernst, nur um nackt rumzulaufen.

Es glänzt und funkelt wieder bei den Olympischen Spielen. Nein, nicht die Medaillen. Die werden erst noch vergeben. Es handelt sich um den Oberkörper von Pita Taufatofua. Der Sportler aus Tonga war schon bei den Olympischen Sommerspielen 2016 dabei (bento). 

Damals lief er bei der Eröffnungsfeier oben ohne ein. Erinnert ihr euch noch? 

So sah das aus:

Mit ein paar Muskeln und ein wenig Öl schaffte er es, dass die ganze Welt auf den Pazifikstaat Tonga aufmerksam wurde. 

Weil Pita, der Taekwondo-Kämpfer, so viel Spaß an den Wettkämpfen hatte und seinen Oberkörper gern noch einmal auf der großen Olympia-Bühne präsentieren wollte, versuchte er es nun mit Wintersport. Als Bewohner einer Pazifikinsel. Auf der nie Schnee fällt.

Seine Teilnahme musste er sich hart erkämpfen, aber jetzt tritt er tatsächlich im Skianglauf an.

Der Einzug bei der Eröffnungsfeier am Freitagmittag: wieder einmal legendär!
(Bild: Quinn Rooney/Getty Images)
Wie hat Pita, 34, es wieder zu Olympia geschafft?
  • Bei den Sommerspielen vor zwei Jahren war Pita noch in der ersten Runde des Taekwondo-Turniers gescheitert. Aber weil wahre Sportler nie aufgeben, suchte er nach einer neuen Herausforderung. "Ich wollte den schwierigsten Sport für mich finden. Etwas, das überhaupt nichts damit zu tun hatte, was ich vorher gemacht hatte", sagt er Sport1.
  • Wackeliger Start: Im Januar 2017 stellte sich Pita zum ersten Mal auf Langlaufskier. Zwei Deutscher stehen ihm seitdem zur Seite, Thomas Jacob als Langlauf-Trainer und Steve Grundmann als Sportchef des Skiteams Tonga. Und weil so eine Olympia-Vorbereitung auch kostet, sammelten sie via Crowdfunding Geld.
  • Das große Ziel Olympia erreicht man aber nur, wenn man sich auch qualifiziert. In fünf Rennen musste Taufatofua die Qualifikationsnorm schaffen. Anfang Dezember sah es noch gut aus. In vier Rennen hatte er die Vorgabe bereits erfüllt – allerdings hatten diese alle in Kolumbien auf Rollerski stattgefunden. (Süddeutsche)
  • Das Internationale Olympische Komitee hatte erst im vergangenen Herbst beschlossen, dass auch bei Wettbewerben im Rollerski Punkte zur Olympia-Qualifikation gesammelt werden können.
  • Dann Anfang des Jahres kamen die Rennen des Internationalen Skiverbandes FIS in der Türkei. Pita kam immer wieder von der Strecke ab, wo kein Schnee lag. Er stürzte auf Steine, hatte überall Schürfwunden.
  • Es blieb nur noch eine letzte Möglichkeit: ein Rennen in Island am 20. Januar. Dann der Schock: Wegen eines Schneesturms gab es keine Flüge, Pita und sein Team beschlossen, mit dem Auto zu reisen. Mehrere Tage kämpften sie sich durch die eiskalte und schneebedeckte Landschaft, sogar Lawinen versperrten den Weg hin zum Austragungsort.
Am Ende hat Pita die Qualifikation geschafft.
  • An dem Zehn-Kilometer-Rennen hatten zehn Läufer teilgenommen, Pita wurde sechster. "Wir haben alles geopfert, um hier zu sein. Finanziell geht es mir so schlecht wie noch nie, aber ich bin so glücklich wie noch nie", sagte  Pita. (SPIEGEL ONLINE)

Sein einziges Rennen bei Olympia findet am kommenden Freitag statt. In Pyeongchang, dem Austragungsort in Südkorea, angekommen, musste Pita sich erst einmal an die Minustemperaturen gewöhnen. "Es ist zu kalt. Minus 18, minus 20 Grad? Ich spüre schon alles unter 15 Grad plus." (Sport1)

Aber bei der Eröffnungsfeier scheint ihm das schon nichts mehr ausgemacht zu haben.

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