Bild: dpa/Sven Hoppe

Tim Wiese fliegt durch die Luft. Der Gegner liegt am Boden, sieht Wiese auf sich zustürzen. Gerade hat der 120-Kilo-Mann noch Anlauf aus den Ringseilen genommen, schon droht er, die Rippen seines Gegenüber zu zerstören.

Boom, zack – so machst du deinen Gegner platt.

Keine Sorge, beiden geht es gut. Tim hat gesiegt, der andere steht wieder. Das ist Wrestling, alles vorher abgesprochen – sonst würden sie es wohl nicht überleben.

Aber für Tim Wiese, 34, war sein erster Wrestling-Auftritt am Donnerstag in München auch härter als jedes Spiel gegen den FC Bayern. Mehrmals knallte er mit Schwung auf den Rücken, wurde aus dem Ring getreten.

Aber "The Machine" ist nicht nur ein Sieger des gescrippteten Matches, sondern auch sonst: Ein Ex-Torwart hat bewiesen, dass er auch Entertainment kann. "Wiese, Wiese, Wiese" grölt die Menge in der fast ausverkauften Olympia-Halle. Sie will mehr. Immer mehr.

"Wiese, Wiese, Wiese"

Nun ist ein Wrestling-Match keine Situation, in die wir auch einmal so schnell geraten werden. Trotzdem können wir von Tims Kampftechniken auch für den Alltag lernen.

Wir waren in München dabei und haben einige hilfreiche Tipps für die nächste Auseinandersetzung mit dem Professor, den Kollegen oder den Nachbarn zusammengetragen.

Lerne von Tim.
(Bild: dpa/Sven Hoppe)
1. Lege dir einen Kampfnamen zu

Ok gut, es hätte vielleicht ausgefallenere Namen gegeben als "The Machine". Doch Wiese hat sich nun einmal gegen die Vorschläge von Joko und Klaas entschieden. Dann wäre er als "Tim Wiesn", "Tim Jong-Un" oder "Thor-Wart" in den Ring getreten.

Dass die Wahl auf "The Machine" fiel, zeigt: Es müssen nicht immer die kreativen Namen sein, die beim Gegner Angst erzeugen. Bleib dir treu.

2. Auch wenn du mal strauchelst, nicht einknicken

Am Anfang des Matches hatte Wiese noch so seine Schwierigkeiten. Er lief ein, sprang auf das mittlere Ringseil und hielt gerade noch so das Gleichgewicht. Na Tim, doch nervös?

Doch in einer Auseinandersetzung darfst du niemals Schwäche zeigen, das nutzt der Gegner natürlich sofort aus. Das weiß vermutlich auch Tim. Also was tut er? Sich immer wieder lässig durch die schwarz getönten, zurückgegeelten Haare fahren.

Das wirkt souverän und entspannt. Richtiger Move.

(Bild: dpa/Sven Hoppe)
3. Suche dir die richtigen Mitstreiter

Sind wir ehrlich: Allein hätte Tim das nicht gewonnen, dafür fliegen die geübteren Wrestler schneller durch die Luft, machen zwischendurch nochmal einen Salto. Doch im Team zusammen mit Cesaro aus der Schweiz und Sheamus aus Irland, konnte er die Gegner bezwingen.

Alles andere wäre auch peinlich gewesen, bei den Sprüchen, die er vorher gekloppt hat:

"Mal gucken, wie oft ich zum Einsatz komme, aber wenn ich da bin, dann knallt's!...Heute ist der Tag, wo ich meinem Mann stehen muss."
4. Immer seriös rüberkommen – auch outfittechnisch

Andere Wrestler verkleiden sich als Einhörner mit leuchtendem Horn auf der Stirn, tragen hautenge Leggings, schimmernde Masken und ziehen obenrum blank. Ein Tim Wiese hat das nicht nötig. Chucks, Jeans, weißes Unterhemd. Fertig ist die Kampfmontur. Tragbar für Jedermann.

5. Wenn Blicke töten könnten...

...könnte dir Tim zeigen, wie es geht. Egal, wie Auseinandersetzungen auch laufen, bewahre dir immer eine angsteinflößende Mimik. Du kannst es üben. Tim macht es vor:

(Bild: Katharina Hölter)

Du möchtest wie Tim Wiese werden? Na, dann fang mal an zu futtern:

Lass uns Freunde werden!


Trip

Wallahi! Wie gut kennst du dich im Nahen Osten aus?
"Ist doch alles das Gleiche!" - Äh nein.

Über wenige Regionen der Welt wird derzeit so viel geschrieben wie über den Nahen Osten. Die Konflikte in Syrien, dem Jemen und Libyen sind dauerpräsent, die Menschenrechtsverletzungen in Saudi-Arabien, dem Iran und Ägypten immer wieder Thema.

Das hinterlässt den Eindruck, der Nahe Osten bestehe nur aus Fundamentalisten und Diktatoren. Dabei ist die Region berühmt für Jahrtausende alte Kulturen, Heimat der ersten Universitäten und Hort tiefer Gastfreundschaft.