Bild: Morgan Maassen

Ganz ehrlich: Viele Mitteleuropäer wollen nur surfen lernen, damit sie ein cooles Foto von sich und dem Brett bei Facebook posten können. Nur für wenige wird das Wellenreiten zu einer Leidenschaft, die ihr Leben bestimmt. Denn richtig surfen lernt man nicht in einem Sommerurlaub.

Die kräftigen Wellen spülen dich immer wieder unter Wasser, deine Füße schabst du dir an spitzen Steinen an der Küste auf, und stehst du doch einmal auf dem Brett, fliegst du sofort wieder runter.

Im Buch "Surf Odyssey – The Culture Of Wave Riding" ist von den anfänglichen Strapazen wenig zu sehen. Der Bildband mit Fotografien und Kunstprojekten zeigt, wie sehr Sportler beim Surfen eins werden mit der Natur: Die Protagonisten tauchen unter Wellen hindurch, erscheinen ganz klein im Vergleich zum mächtigen Meer.

Es geht nicht um das Leben sonnengebräunter Schönheiten, die in Roxy-Shorts am Strand abhängen, sondern darum, was der Sport bewirken kann. Die Bilder erzählen Geschichten von jungen Mädchen aus Indien, die den ganzen Tag Schmuck und Essen verkaufen, um für ihre Familie Geld zu verdienen. Ihre einzige Freude: Surfen am Abend.

Bei einer anderen Fotoserie geht es ums Wellenreiten im Winter – wenn es stürmt, schneit und hagelt und die Surfer mit den Elementen kämpfen.

Drei der Surf-Geschichten zeigen wir euch in der Fotostrecke und lassen uns von den Künstlern und Aktivisten ihre persönliche Geschichte erzählen: Morgan Maassen, der bei Instagram mehr als 240.000 Follower hat, Sarah Lee, die Langstreckenschwimmerin ist und Hugo Tagholm, der sich für den Umweltschutz einsetzt.

In der Slideshow: Die neue Bibel der Surfer
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Was bedeutet euch das Surfen?
Morgan Maassen

Der 25-Jährige hat den sozialen Medien viel zu verdanken. Vor zwei Jahren brachte er es bei Instagram auf 20.000 Follower. Unter ihnen die Frau eines Marketing Directors bei der Firma für Surfmode "Billabong". Nach ihrer Entdeckung wurde der Sohn eines Fischers aus Kalifornien erst richtig bekannt und finanziert heute sein Leben mit Fotos.

Seinen Erfolg verdankt er harter Arbeit und Talent, eine professionelle Ausbildung konnte er sich nie leisten. Bei Instagram folgen ihm mittlerweile 243.000 Menschen.

(Bild: Privat)
Ich bin verrückt nach Surfen seit ich mit sieben Jahren meine erste Welle geritten bin. Dank meiner anderen Leidenschaften Fotografie und Film habe ich gelernt, wie viel Schönheit das Surfen ausstrahlt.

Heute kann ich mich glücklich schätzen, dass ich von meinen Fotos und Filmen leben kann. Ich bereise die Welt, dokumentiere die Ozeane, das Surfen, den Lifestyle. Ich würde es nie als Arbeit bezeichen – es ist die pure Leidenschaft.

Egal ob Respekt, Angst, Liebe oder Neugier auf das Meer – ich versuche mit meinen Fotos und Videos zu zeigen, wie sehr ich das alles liebe.
Sarah Lee

Was die Fotos von Sarah besonders machen? Sie ist bei ihren Unter-Wasser-Aufnahmen besonders nah an den Surfern dran – dank ihrer Fitness. Die junge Fotografin aus Hawaii ist Langstreckenschwimmerin, spielt Wasser-Polo und ist natürlich begeisterte Surferin. Mit 15 Jahren kaufte sie ihre erste Kamera, heute erscheinen ihre Bilder bei "National Geographic", CNN und "Cosmopolitan".

(Bild: Privat)
Beim Surfen ist man ganz eng mit der Natur verbunden. Ich habe mich dazu entschlossen, am Meer zu leben und jeden Tag im Wasser zu sein.

Ich atme die salzige Luft ein. Sie inspiriert mich für meine Arbeit.

Mein Wunsch ist es, mit meinen Fotos die Schönheit in allem zu erfassen und zu betonen, was mich umgibt. Fotografie ist für mich eine Art der kreativen Problemlösung und eine Möglichkeit, das großartige Gefühl zu verewigen, wenn man eine Welle erwischt.


Hugo Tagholm

Hugo ist seit 2008 Vorsitzender der gemeinnützigen Organisation "Surfers Against Sewage". Die Gruppe aus Großbritannien setzt sich unter anderem bei Vertretern aus Politik und Wirtschaft für den Schutz der britischen Meere und Strände ein.

(Bild: Privat)
Ich bin zum ersten Mal 1991 mit "Surfers Against Sewage" in Berührung gekommen. Damals nahm ich an einem kleinen Surf-Wettbewerb in Cornwall namens "Surf To Save" teil. Heute bin ich Vorsitzender der Organisation und begeistert, einen Job zu haben, der meine Leidenschaft für die Natur, das Meer und das Wellenreiten miteinander verbindet.

Von meinem Schreibtisch aus habe ich einen Blick auf den schönen Atlantik an der Küste von Cornwall. Während ich nie irgendwelche Auszeichnungen für meine Surfkünste gewinnen werde, ist es für mich fundamental wichtig, mich zu engagieren – mit dem Meer verbunden zu sein, bedeutet mir so viel. Meine Arbeit ermöglicht mir außerdem oft, aus der digitalen Welt auszubrechen.

Unsere Fotokampagne soll zeigen, dass Surfer die Auswirkungen des industriellen Vandalismus' – Abfälle im Meer, Abwasser, Klimawandel – mit als erstes zu sehen bekommen. Unsere Meere sind so gefährdet wie nie zuvor und gerade Surfer müssen sich engagieren.

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