Was ist passiert?

Sulley Muntari ist Spieler beim italienischen Fußball-Erstligisten Delfino Pescara. Ende April spielte die Mannschaft gegen Cagliari Calcio, doch für Aufsehen sorgte an diesem Tag nicht der Sport. Die gegnerischen Fans beleidigten Muntari wegen seiner Hautfarbe. Der ehemalige ghanaische Nationalspieler ist schwarz. ("Süddeutsche"/ "FAZ")

Muntari wandte sich an den Schiedsrichter, beschwerte sich immer wieder und wollte nicht weiterspielen. Doch statt die Fans zu stoppen, zeigte der Schiedsrichter Muntari die gelbe Karte. Er verließ daraufhin den Platz. Ein Eklat. 

Auf Videos hört man, wie Fans Affenlaute von sich geben. Muntari wehrte sich und rief in Richtung der Cagliari-Fans: "mio colore, mio colore". Das bedeutet: "Das ist meine Farbe."

Nachträglich bekam Muntari die gelb-rote Karte und wurde für ein Spiel gesperrt. Ein Berufungsgericht hob die Sperre wieder auf. Trotzdem: 

Der Fall beschäftigt nun die Fifa und hat die Debatte über Rassismus im Fußball wieder entfacht.

Wie reagierte der Weltfußballverband?

Zunächst sehr bescheiden. In einer Mitteilung drückte die Fifa ihre Solidarität aus, sagte aber, der italienische Verband sei zuständig. 

Daraufhin gab Muntari der BBC ein Interview und kritisierte die Offiziellen: "Fifa und Uefa nehmen Rassismus nicht ernst."

Erst danach nahm Fifa-Präsident Gianni Infantino das Problem ernst. Er nannte die Fans in Cagliari "Idioten", die man "bekämpfen" müsse. Er kündigte an, mit Italiens Verbandschef Carlo Tavecchio und auch mit Muntari sprechen zu wollen.


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