Neues Jahr, alte Wampe: Was elf Monate lang akzeptiert oder ignoriert wird, wird dank guter Vorsätze alljährlich im Januar zur Priorität Nummer eins. Bei vielen Leuten ist das: die sträflich vernachlässigte Fitness. So auch bei mir. Also krame ich jedes Jahr wieder die Mitgliedskarte fürs Fitnessstudio aus der hinterletzten Schublade, um der monatlichen Lastschrift endlich wieder einen Sinn zu geben. 

Doch es gibt mehrere Probleme an diesem Vorhaben. Erstens: Leider bin ich nicht die einzige Person, die diesen genialen Einfall hat. Zweitens: Selbst der ungeahnte Motivationsschub zu Beginn des Jahres macht aus einem faulen Sack meist keine Sportskanone. 

Deshalb sieht ein typischer Fitnessstudio-Besuch im Januar meist ungefähr so aus:

17.30 Uhr: Top motiviert in die Umkleide. 

Die ganzen schicken Leute können mich dieses Mal nicht abschrecken: Ich hab für 120 Euro neue Sportklamotten gekauft und fühle mich fantastisch!

(Bild: Giphy )

17.36 Uhr: Im Laden hat man die Dellen doch nicht so deutlich durch die Hose gesehen, oder?

Was ist hier mit dem Licht los? Es ist doch das Licht?!? Egal, spätestens in drei Wochen ist da eh alles hart wie Stahl. Los geht's. 

17.45 Uhr: Erstmal aufwärmen. 

Am besten auf dem Crosstrainer. Oh, alle belegt. Okay, Fahrrad. Shit, auch voll. Diese ganzen Leute, ey. Nervig. Na gut, Laufband. Fuck, bin so lange nicht gelaufen. Also gehen – man muss ja erstmal warm werden. 

18.15 Uhr: Schön walken bei 5 km/h. Ich fühle mich fit wie nie. Geil, "Bares für Rares" läuft auf dem kleinen Fernseherchen.

(Bild: Giphy )

Oh, schon so spät. Jetzt noch richtig Sport: 18.30 Uhr "Bodypump"-Kurs in Studio 2! Ich bin so ready.

18.32 Uhr: Hampelmann mit Hanteln – ICH BIN EINE MASCHINE!

(Bild: Giphy)

Auf jedem Quadratmeter zehn Menschen, in der Luft liegen Januarmotivation und Schweiß.

18.35 Uhr: Ein unsichtbarer Kampf um die kleinen Gewichte entbrennt zwischen mir und den Januar-Weicheiern. Ich verliere.

"Push dich ans Limit", schreit der Trainer. Ich denke an die Raclette-Reste, die ich vorhin noch gesnackt habe und fühle, wie ich sie ans Limit meines Magens pushe.

18.37 Uhr: Vor mir steht eine Kiste.

Ich soll auf sie drauf springen. Und wieder runter. Und wieder drauf. Es ist eine magische Kiste. Mit jedem Sprung wird sie höher. 

18.41 Uhr: Was soll ich mit dem Medizinball machen? Habt ihr den mal hochgehoben?!?

Wir wurden in Zweierteams aufgeteilt. Ein 1,95 Meter hoher und mindestens genau so breiter Typ steht mir gegenüber, Medizinball in der Hand, kann es sein, dass er...? Ja, er wirft ihn mir zu. Das war's. Ich verlasse meinen Körper und beobachte die Szene von oben. 

18.45 Uhr: Der Kurs geht doch schon mindestens zwei Stunden...

Ich muss hier raus. Als alle sich die Langhanteln schnappen, schlüpfe ich unauffällig in Studio 1 rüber. Yoga – wunderbar.

18.50 Uhr: Wie ich mir meinen Körper vorstelle...

(Bild: Form / Unsplash)

...und was der Blick in die Spiegelwand offenbart – rechts ich, links die anderen Kursteilnehmer:

(Bild: Giphy )

19.15 Uhr: Die Trainerin weckt mich. Ich bin bei der Schlussmeditation eingeschlafen.

Und habe von der Sauna geträumt. Ein prophetischer Traum? Sollte ich das Ganze beenden? Man muss es ja beim ersten Mal auch nicht übertreiben.

19.20 Uhr: Nee komm, ein bisschen geht noch. Nur wohin? 

An den Geräten hat sich ein geschlossener Trainingszirkel gebildet: Peter, Kathrin, Mark und Ute im ständigen Wechsel an Beinpresse, Schulterzug, Rückenteil und Bauchmuskeldings. Ich versuche, am Bizepsgerät zu ziehen und verliere fast eine Hand, als Kathrin von der vorigen Station auf ihren rechtmäßigen Platz springt. Ihr Blick sagt: Du bist sonst nie hier, du gehörst auch jetzt nicht hier hin.

Ich gehe zum einzigen freien Gerät im ganzen Raum. Paar Bügel, ein Sitz, irgendwas zum Ziehen. Tjoa, wird schon richtig sein:

(Bild: Giphy )

19.24 Uhr: Fühle mich wie in einer "Black Mirror"-Folge, aus der mich niemand retten kann.

Ich laufe an zwölf Menschen vorbei, die sich vier vibrierende Fitnessplatten teilen, auf denen sie Kniebeugen und Liegestütz machen. Erinnerungen an den Zeitungstanz auf Kindergeburtstagen kommen hoch – und Traumata.

Direkt daneben: Zwei Menschen versuchen, Seile in Wellenbewegungen zu schwingen, die offenbar dafür hergestellt wurden, ein Kreuzfahrtschiff festzuknoten. Eine Personal Trainerin schreit sie an. Ihr Blick fällt auf mich, die Nase zuckt, sie wittert Potenzial. Ihre Opfer grinsen mich manisch an, die Blicke sind leer. Ich renne los.

19.30 Uhr: Ab nach Hause. Aber nicht ohne Proteinshake für den Muskelaufbau. 

Reicht ja auch für den ersten Tag. Ich geh einfach übermorgen wieder. Ach nee, verabredet. Ein anderes Mal. Bestimmt.  


Haha

Typ findet besoffen sein Bett nicht – seine Freunde feiern ihn mit eigener Meme-Seite
We feel you.

Der menschliche Körper kann viel aushalten. Egal, wie betrunken wir sind – irgendwie finden wir immer noch nach Hause. Es ist so eine Art innerer Kompass, der uns über alle Promillegrenzen hinweg bis vor die eigenen Haustür führt. 

Aber dann wird es schwierig. Wie passt der Schlüssel ins Loch? Warum liegt hier eigentlich Stroh? Und wo, verdammt nochmal, ist mein Bett? Die letzte Frage hat sich der Engländer Sean am Neujahrsmorgen gestellt. 

Sean war zu betrunken, um sein Doppelbett (!) zu erkennen und irrte stattdessen durch den Flur. So erzählen es seine Freunde – die ihm auf Facebook nun eine eigene Seite gewidmet haben.

Dort sammeln sie seit Dienstag Memes, um sich über Sean lustig zu machen. "Wahrscheinlich war er zu dämlich, das Licht anzumachen", witzelt ein Kumpel gegenüber "Bored Panda". Und erzählt, dass er Sean auch schon mal schlafend in einem Müllcontainer gefunden habe. Ebenfalls an Neujahr. 

Anscheinend hat Sean öfter Probleme, sein Bett nach einer durchsoffenen Nacht zu finden.

Das hier ist übrigens Sean: