Bild: YouTube/ Kelly Murphy
Warum das Video ein Fake sein könnte – oder auch nicht

Auf der Skipiste trifft man schon mal Skirowdies oder waghalsige Snowboarder, Bären eigentlich nicht. Kelly Murphy schon – wenn man ihren YouTube-Aufnahmen glauben mag. Die Studentin aus Sydney filmte sich vergangenes Wochenende bei einer Abfahrt im japanischen "Hakuba 47 Winter Sports Park". Zunächst sieht man, wie sie ihre Bindung schließt und der Kopfhörer auf ihren Ohren sitzt. Sie summt Rihannas "Work" und ab geht's.

Kelly wirkt ganz entspannt und bemerkt nicht, dass sich hinter ihr auch ein Bär auf den Weg macht – und zwar ganz schön schnell.

Doch Kelly ist schneller und der Bär beendet seine Verfolgungsjagd. Nach der Fahrt schaut sie auf das Videomaterial und denkt: "OMG! I was going through my snowboarding videos and I found a bear chasing me! I nearly got eaten!" Jedenfalls erzählte sie es so dem Mirror.

In Japan war die Snowboarderin mit ihren Freundinnen unterwegs, doch die hatten gerade Snowboard-Unterricht. Also habe sich Kelly allein auf den Weg gemacht, sagte sie im Interview. Im Skiresort wollte sie auf den Vorfall aufmerksam machen, doch dort sprachen die Verantwortlichen nur schlecht Englisch, also postete sie das Video auf ihrem YouTube-Kanal.

Aber ist das Video wirklich echt? Zahlreiche YouTube-Nutzer glauben Kelly nicht.

Wir haben analysiert, ob das Video ein Fake ist – oder nicht
Es ist eher kein Fake, weil...
  • es tatsächlich asiatische Schwarzbären in der Region gibt (intojapan). Sie bewegen sich meist auf allen Vieren am Boden fort – so wie in dem Video. Die Bären können sich aber auf die Hinterbeine stellen.
  • Kelly im Interview mit dem Mirror den Ablauf nachvollziehbar beschreibt. (Mirror)
Es könnte ein Fake sein, weil...
  • unsere Videokollegen ihre Zweifel haben. Es scheint ein Filter über dem Video zu liegen, der die Wetterbedingungen schlechter erscheinen lässt, als sie wirklich sind. So ist der Bär nur verschwommen zu sehen. Das könnte Taktik sein.
  • die Bärengeräusche übertrieben wirken. Nur mit Profikameras lassen sich diese einfangen.
  • Kelly insgesamt nur drei Videos auf YouTube hochgeladen hat – das erste vor fünf Tagen. Das ist natürlich kein Beweis, aber vielleicht ein Hinweis.

Außerdem haben wir versucht, im Skigebiet anzurufen. Aufgrund der Zeitverschiebung war aber niemand zu erreichen. Wir werden es noch einmal versuchen.


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