Bild: EPA/Justin Lane
"Ich genieße es, wenn ich sehe, dass mein Gegner leidet."

Du hast schon mal davon gehört, dass es beim Schach eine Dame, einen König, Bauern, Türme und Pferde gibt. Aber nach welchen Regeln man die hin- und herschieben darf? Keinen Plan!

Auch wenn du nur oberflächlich etwas von Schach verstehst, solltest du diesen Mann kennen: Magnus Carlsen, 26. Der Norweger hat gerade die Schach-WM gewonnen. Zum dritten Mal schon. Er gilt als DAS Talent im Schach-Sport. (SPIEGEL ONLINE)

Von Carlsen kann man sich einiges abschauen – selbst wenn man keine Profi-Spieler-Karriere anstrebt.

Sein Erfolgskonzept:
1. Seinen eigenen Stil einbringen

Die älteren Schachspieler waren verwundert, als Carlsen im Teenageralter zu ihren Eliteturnieren stieß. Statt aufrecht am Tisch zu sitzen, fläzte sich Carlsen schon mal quer über den Stuhl, lehnte sich übers Spielbrett und verschlung die Beine ineinander. ("Frankfurter Allgemeine Zeitung"/ "Süddeutsche Zeitung")

Außerdem brachte er als einziger Teilnehme sein Essen mit: Saft und Nüsse.

Wir lernen daraus: Gute Leistungen zu bringen, ist wichtig. Aber ein bisschen Show muss auch dabei sein.

2. Nicht immer cool bleiben

Carlsen ist nicht unschlagbar. Im vergangenen Jahr enttäuschte er seine Fans, weil er vier von neun Spielen beim Norway Chess Tournament verlor. Auch bei der diesjährigen WM gewann er nicht alle Spiele. Gegen seinen russischen Konkurrenten im Finale Sergej Karjakin musste er sich im achten Spiel noch geschlagen geben. (worldchess.com)

Wie reagiert Carlsen auf Niederlagen? Er wird wütend. Nach dem Karjakin-Sieg verweigerte Carlsen dem norwegischen Fernsehen ein Interview. Statt bei einer Pressekonferenz auf Karjakin zu warten, verließ er genervt den Raum.

Was macht Carlsen mehr Spaß? Gewinnen natürlich. Von ihm stammt auch folgender Satz ("Die Zeit"):

"Ich genieße es, wenn ich sehe, dass mein Gegner leidet. Wenn er weiß, dass ich gewinnen werde."

Wir lernen daraus: Echte Champions können einfach nicht verlieren.

3. Sich mit Hobbys ablenken

Wozu braucht man Muskeln und Fitness beim Schach, fragt sich der Laie. Doch ein Spiel kann mehrere Stunden dauern. Da braucht es einen klaren Verstand, Müdigkeit darf man sich nicht erlauben.

Wie hält sich Carlsen fit? Er fährt Ski, liebt Basketball, spielt Tennis, Fußball und Beachvolleyball.

Wir lernen daraus: Wer im Kopf frisch bleiben will, muss auch was für seinen Körper tun.

4. Auf die Familie zählen können

Woher kommt bei Carlsen das Interesse für Schach? Ganz klar vom Vater. Der Ingenieur und ebenfalls leidenschaftliche Schachspieler setzte Carlsen schon als Fünfjährigen vor das Spielbrett. Damals habe er das gar nicht begriffen. Mit acht Jahren versuchte der Vater es noch einmal. Dieses Mal blieb Carlsen sitzen. Mit 13 wurde Carlsen internationaler Großmeister im Schach. (stern.de/ "Wall Street Journal")

Wir lernen daraus: Vertrau auf deine Familie.

5. Sich nicht von Beleidigungen runterziehen lassen

Schachspieler halten viele für nerdig. Auf ein Brett mit Figuren starren und sich mehrere Stunden lang eine Strategie überlegen? Gibt es denn nichts Spannenderes?

Zu Schulzeiten fühlte sich Carlsen als Außenseiter: "Sie hänseln mich so viel wie möglich", sagt er im Film "Magnus – Der Mozart des Schachs" über seine Mitschüler. "Ich bin anders als alle aus meiner Klasse." (visionkino.de)

Und heute? Da hängt der jüngste Schach-Weltmeister der Geschichte mit den einflussreichsten Menschen des Landes ab. Er spielte schon Schach gegen Bill Gates und Mark Zuckerberg, bald hat er eine Gastrolle bei den "Simpsons" und nebenbei arbeitet er als Model für eine große Modekette. Auch eine Schach-App trägt seinen Namen.

Wir lernen daraus: Hör nicht auf die Hater!


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