Bild: ZDF
Seine zwei schönsten Zitate

Olympia-Sieger Robert Harting, 33, hat am Mittwoch seine Karriere beendet – der Diskuswerfer verabschiedete sich mit einem sechsten Platz bei der EM im Berliner Olympiastadion und einer ermutigenden Botschaft.

Im ZDF-"heute-journal" fragte Moderator Christian Sievers, ob in Deutschland genug getan werde, um junge Leute für den Sport, insbesondere den Leistungssport zu begeistern? Er zitierte Harting, der einmal gesagt hatte, dass der Blick der Deutschen auf ihr Land und den Leistungssport zu negativ sei.

Darauf antwortete Harting:

Ich würde das ein bisschen genereller sehen. Wir haben ja auch keinen Respekt vor Polizisten, vor Feuerwehrmännern, vor Politikern, vor Journalismus – der ist sehr, sehr, durchwachsen. Ich finde, dem Land fehlt die Liebe zueinander. Dann wären wir auch alle netter zueinander und würden besser miteinander umgehen. Ich glaube, dann regelt sich das auch mit dem Sport und allen anderen Sachen. Das wäre schön.
Robert Harting

Er schlug daraufhin vor, die Deutsche Einheit ausgiebiger zu feiern: "Das ist eine Errungenschaft, die wir haben in diesem Land. Und wir sollten uns mit der stärken."

(Bild: Michael Kappeler/dpa)

Robert Harting und seine sportliche Karriere

Robert Harting gewann 2012 bei den Olympischen Spielen in London die Goldmedaille. Außerdem ist er dreimaliger Weltmeister, und zweifacher Europameister. Nach seinen Siegen zerriss er sich häufig das Trikot, während er in die Kameras der Fotografinnen und Fotografen jubelte. (SPIEGEL ONLINE)

2009 irritierte er mit einer Aussage, man könne Doping einfach uneingeschränkt freigeben. Später erklärte er, er habe lediglich den Sinn des Anti-Doping-Kampfes in Relation von Aufwand und Nutzen in Frage gestellt. Auch eine Aktion von Doping-Opfern der DDR hatte er abfällig kommentiert.

2015 erklärte er in einem "FAZ"-Beitrag die Politik der Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) für gescheitert. "Das System ist erst fair, wenn auch Länder und Verbände gesperrt werden, die sich nicht an die Regeln halten", schrieb Harting und beklagte die Korruption im russischen Sport. 

Harting hat sich auch immer wieder sportpolitisch geäußert, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und den Weltleichtathletikverband (IAAF) kritisiert. Im "heute"-Interview erklärte er, wenn er nach seinem größten sportlichen Erfolg gefragt werde, dann seien das nicht die Medaillen – sondern eine Regeländerung der IAAF.

"Dass die IAAF keinen Athletehen mehr zum Weltleichtathleten nominiert, der vorher gesperrt war oder einmal ein Dopingvergehen hatte... Ich hatte damals verzichtet auf diese Wahl – und die Regel wurde geändert. Ich glaube, weiter kann ein Athlet nicht kommen, dass die IAAF ein Statut wegen ihm ändert. Das ist für mich persönlich ein sehr großer Erfolg."

Einen Plan für sein Leben nach dem Sport habe er noch nicht. "Ich hoffe, ich finde wieder etwas, das Leidenschaft bringt. Und dann geht es mir auch wieder gut."

(Bild: Bernd Thissen/dpa )

Grün

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