Bild: Andreas Arnold/dpa
Die wichtigsten drei Zitate

Der DFB-Präsident Reinhard Grindel hat am Donnerstag auf die Kritik von Mesut Özil reagiert. Der Fußballer hatte am Wochenende seinen Rücktritt aus dem Nationalmannschaft unter anderem mit mangelndem Rückhalt seitens des Verbandes begründet. Er sei von Grindel enttäuscht gewesen. Özil sagte, er habe versucht, mit Grindel über seine Herkunft zu sprechen – sei dabei aber nur von oben herab behandelt worden. (bento)

"In den Augen von Grindel und seinen Helfern bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, aber ein Immigrant, wenn wir verlieren."
Mesut Özil

Was hat Grindel nun dazu zu sagen?

Der DFB hatte sich schon in einer allgemeinen Stellungnahme geäußert, die Rassismus-Vorwürfe von sich gewiesen und Özil für seine Leistung gedankt. Nun gibt es von Grindel noch einmal ein persönliches Statement – in dem er auch Fehler einräumt. (bento)

Die wichtigsten Aussagen: 

​Ich gebe offen zu, dass mich die persönliche Kritik getroffen hat. Noch mehr tut es mir für meine Kollegen, die vielen Ehrenamtlichen an der Basis und die Mitarbeiter im DFB leid, im Zusammenhang mit Rassismus genannt zu werden. Für den Verband und auch für mich persönlich weise ich dies entschieden zurück.​

Auch in diesem Statement distanziert sich Grindel von Rassismus – und nimmt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Schutz. "Vielfalt, Solidarität, Antidiskriminierung und Integration, das alles sind Werte und Überzeugungen, die mir sehr am Herzen liegen." Er sei stolz darauf, was in Verbänden und Vereinen für Integration getan werde.

Wir leben unsere Werte. Deshalb haben wir als DFB das Foto mit dem türkischen Staatspräsidenten Erdogan kritisch hinterfragt. Ich bedauere es sehr, dass dies für rassistische Parolen missbraucht wurde.

Grindel begründet den kritischen Umgang mit dem Erdogan-Özil-Foto mit liberalen Werten. Die rassistischen Parolen verurteilt er ebenfalls. Außerdem gesteht Grindel ein, Fehler gemacht zu haben.

Rückblickend hätte ich als Präsident unmissverständlich sagen sollen, was für mich als Person und für uns alle als Verband selbstverständlich ist: Jegliche Form rassistischer Anfeindungen ist unerträglich, nicht hinnehmbar und nicht tolerierbar.

Das gelte nicht nur bei Özil – sondern ebenso bei Jerome Boateng und für alle Spieler an der Basis, die einen Migrationshintergrund haben.

Der DFB habe nun drei Ziele festgelegt – mit dem Fall Özil haben die aber nur noch wenig zu tun. Grindel spricht vor allem über die sportliche Neuausrichtung:

  1. Die Arbeit zu Themen wie Toleranz soll weiterentwickelt werden. 
  2. Als Konsequenz aus dem enttäuschenden WM-Verlauf müsse eine fundierte sportliche Analyse erfolgen. 
  3. Ziel sei es, die Ausrichtung der EM 2024 zu bekommen. "Das Turnier kann eine neue Geschichte des Fußballs erzählen, Kinder in die Vereine bringen, Menschen noch enger zusammen bringen. Mit und ohne Migrationshintergrund. United by football."

Es klingt, als wolle Grindel die Debatte nun für beendet erklären wollen und schnell wieder zu sportlichen Themen kommen. Die öffentliche Debatte zeigt aber, dass das wohl nicht so einfach sein wird. 


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Warum beim Wiedersehen vom "Breaking Bad"-Cast die Tränen fließen
Die zwei stärksten Zitate

Ein Chemielehrer erkrankt an Krebs, vertickt Meth, wird zum Drogenkönig. Das ist die simple Rezeptur für eine der erfolgreichsten Serien der jüngsten Zeit: "Breaking Bad".

Die Serie lief von 2008 bis 2013, ist aber immer noch Kult. Moment, 2008? 

Ja, "Breaking Bad" ist schon zehn Jahre alt.