Bild: Imago/ Sven Simon
Wir haben mal bei Beachvolleyballerinnen nachgefragt.

Solche Bilder vom Beachvolleyball bei Olympia war man bislang nicht gewöhnt: Die Spielerinnen aus Ägypten, Doaa Elghobashy und Nada Meawad, traten am Sonntagabend mit langer Hose und langärmligen Shirts gegen das deutsche Team an – wegen ihres muslimischen Glaubens. Ihnen gegenüber standen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst – traditionell im knappen Bikini.

Das Bild sorgte direkt für Diskussionen in den sozialen Netzwerken.

(Bild: Imago/ Sven Simon)

Nicht jeder Tweet stimmt. Im ägyptischen Team gibt es auch unverschleierte Frauen – und die ägyptischen Medien zeigen auch unverschleierte Frauen in ihren Übertragungen.

Dennoch fragten sich viele: Lässt es sich mit den langen Klamotten überhaupt spielen?

Wir wollten hingegen wissen: Nervt es nicht eher, im engen Höschen aufzulaufen?

Ilka Semmler und Katrin Holtwick haben es uns erklärt. Die beiden spielen auf der FIVB World Tour, sind nicht in Rio am Start – aber bereiten sich gerade in Berlin auf ihr nächstes Turnier in Los Angeles Ende August vor.

Wie sinnvoll findet Ihr die knappen Hosen beim Beachvolleyball?

Semmler: Für uns sind Bikinis Teil unseres Sports und das beste Outfit – vor allem bei den hohen Temperaturen wie zum Beispiel jetzt in Rio.

Wir haben Mitspracherecht beim Schnitt unserer Hosen und würden uns nie in etwas präsentieren, in dem wir uns unwohl fühlen. Das Ausmaß der Knappheit liegt dann im Auge des Betrachters. Davon abgesehen ist so mancher Strand-Bikini deutlich knapper.

Behindert lange Kleidung beim Spiel?

Hotwick: Auch wir trainieren bei kalten Temperaturen in langen Tights, T-Shirts oder sogar Langarmshirts. Das klappt genauso gut wie in Bikinis. In dem Fall kann man also nicht von Behinderung sprechen.

Wie fühlt es sich an, sich knapp bekleidet vor Kameras zu stellen?

Semmler: Vermutlich geht es uns genauso wie einer Leichtathletin oder einer Schwimmerin, die sich in ihrem Wettkampf-Outfit vor die Kameras stellen. Wenn man mal ehrlich ist, haben viele Frauen in der Leichtathletik auch nicht viel mehr an und den Körper einer Schwimmerin kann man auch komplett betrachten in den extrem engen Wettkampfzügen.

Es ist unser Job und kein Thema, über das wir uns Gedanken machen. In der heutigen Zeit sollte das eigentlich kein Thema mehr sein. Wer sich trotzdem nur an den durchtrainierten Körpern anstatt den sportlichen Höchstleistungen ergötzen will, soll dies tun. Wir wollen ja Spiele gewinnen, nicht Germanys Next Topmodel werden ;)

So ähnlich sahen es dann auch einige auf Twitter:

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