Wenn Santo Condorelli an den Beckenrand tritt, dann streckt er als erstes seinen Mittelfinger in die Kamera. Der 21-Jährige schwimmt für das kanadische Team bei den Olympischen Spielen in Rio – und widmet den Stinkefinger seinem Vater.

Es ist aber nicht so, dass Condorelli Probleme mit seinem Vater hat. Vielmehr dankt er ihm auf diese Weise:

Der "Fick dich"-Gruß ist ein über die Jahre etabliertes Vater-Sohn-Ritual.

Als Achtjähriger habe er mit dem Leistungssport begonnen und damals sehr unter seinen Niederlagen gelitten, so erzählte Condorelli es dem kanadischen Sender CBC. Sein Vater (der auch sein Trainer war) empfahl ihm, mehr Selbstbewusstsein aufzubauen:

Say eff everybody else that you're racing​!

"Eff" steht in kanadischen Medien für "Fuck" – seine Gegner sollen ihn also mal können, empfahl der Vater seinem Sohn. Als Antwort habe er auch immer den Stinkefinger gezeigt, erzählt Condorelli heute.

Über die Jahre blieb das Ritual erhalten. Es beruhige ihn: "Athletes always have that one thing that gets them going that they need to do." Irgendwann saß sein Vater einmal unmittelbar neben einer TV-Kamera – so ging der Mittelfinger plötzlich auf Sendung. Seitdem gehört auch das zum Ritual – auch wenn Condorelli damals eine Entschuldigung verfassen musste.

Bei diesen drei Wettkämpfen kannst du den Stinkefinger sehen:
  • 100 Meter Freistil - Dienstag, 9. August, 18 Uhr
  • 50 meter Freistil - Donnerstag, 11. August, 18 Uhr
  • 100 Meter Schmetterlin - Donnerstag, 11. August, 19.15 Uhr
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