Bild: reuters/Kai Pfaffenbach
Ein Herz für diesen Langläufer aus Venezuela <3

Erinnert ihr euch noch an "Cool Runnings" – und die wahre Geschichte, auf der die Filmkomödie beruht? Bei den Olympischen Winterspielen im kanadischen Calgary im Jahr 1988 ging zum ersten Mal eine Bobmannschaft aus Jamaika an den Start – und wurde dafür von vielen "echten" Wintersportnationen belächelt.

Jetzt ist wieder etwas ganz Ähnliches passiert: Bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften im finnischen Lahti startete in diesem Jahr ein Langläufer, der zuvor nie auf richtigen Skiern gestanden hatte. Adrian Solano kommt aus Venezuela, zuhause hatte er nur auf Rollen trainiert. Schnee sah er in Finnland zum ersten Mal. ("The New York Times")

Entsprechend wackelig war sein Auftritt in Lahti: Schon beim Start schwankte Solano gefährlich, im Verlauf des Rennens stürzte er mehrmals.

Sportkommentatoren bezeichneten ihn deshalb schnell als "schlechtesten Skifahrer der Welt" ("The Guardian").

Wir finden: Allein für seinen Mut und sein Bemühen hat Solano eine Medaille verdient!

Mühe gegeben hat er sich nämlich wirklich: Schon im Januar versuchte Solano, nach Schweden zu reisen, um dort auf Schnee für sein großes Rennen zu trainieren. Die französischen Behörden glaubten ihm allerdings nicht, dass er professioneller Langläufer ist – und schickten ihn zurück nach Venezuela. Sie dachten, die Geschichte sei nur ein Trick, um aus seinem Heimatland zu fliehen. ("The Guardian")

Beinahe wäre die Teilnahme an der WM gescheitert. Einige Medien berichteten aber über Solanos Schicksal – so wurde auch Aleksi Valavuori, Geschäftsmann und ehemaliger Fernsehmoderator aus Finnland, auf ihn aufmerksam. Am Montag sprach er mit Solanos Trainer, danach startete er eine GoFundMe-Kampagne – und sammelte so innerhalb kurzer Zeit genug Geld, um seinen Helden doch noch rechtzeitig nach Finnland zu schicken. Noch immer gehen Spenden für Solano ein. ("The New York Times")

Erfolg hatte Solano in Finnland zwar nicht: Die Qualifikationsrunde brach er nach dreieinhalb Kilometern ab. Für die Strecke hatte er knapp 40 Minuten gebraucht, etwa genauso lange wie die anderen Teilnehmer für die kompletten zehn Kilometer. In seinem zweiten Rennen, dem 1,6-Kilometer-Langlauf-Sprint, belegte er den letzten Platz. ("The New York Times")

Trotzdem: Er ist seinem großen Traum ein Stück näher gekommen – einmal für Venezuela bei den Olympischen Winterspielen zu starten.

Warum er sich überhaupt entschieden habe, Langläufer zu werden? Weil er "gerne schwierige Dinge ausprobiert", sagte Solano in einem Interview mit der "New York Times". Unser Held der Woche!

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Fühlen

Hetero-, Homo- oder Bisexuelle – wer hat die meisten Orgasmen?
Eine Studie hat das jetzt herausgefunden.

Rhythmische Muskelkontraktionen und jede Menge Oxytocin – was beim Orgasmus passiert, ist recht gut erforscht. Doch wie Mann und vor allem Frau dahin kommen, darüber gibt es unterschiedliche Auffassungen. Auch über die Häufigkeit kursieren Gerüchte. Männer hätten es einfacher, Frauen schwerer, wird allgemein angenommen.

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