Die Extremschwimmerin Nathalie Pohl, 21, hat die 15 Kilometer lange Strecke zwischen dem spanischen Tarifa und dem marokkanischen Point Cires – die Straße von Gibraltar – in zwei Stunden und 53 Minuten zurückgelegt. So schnell war noch keine Frau vor ihr.

(Bild: OBS/ DVAG/ Nathalie Pohl)

Glückwunsch, du hast Ende April einen Weltrekord gebrochen.

Das ist richtig cool. Ich wollte eigentlich nur den deutschen Frauenrekord unterbieten, der liegt bei vier Stunden und 18 Minuten. Dass ich so viel schneller war, damit hätte ich nie gerechnet. Die Strömungen vor den Küsten waren ziemlich stark. Ich musste viel Kraft aufbringen, um durchzukommen.

Wie hast du das geschafft?

Ich denke nie ans Aufhören. Und ich feuere mich an, mit Sätzen wie: "Du bist gut, halte durch, du schaffst das."

Wer begleitet dich?

Für meine Sicherheit sorgen zwei Boote. Auf einem fährt mein Team mit, passt auf mich auf und versorgt mich mit Getränken. Das geht so: Einer wirft mir eine Flasche zu, ich drehe mich auf den Rücken, trinke und schwimme trotzdem weiter. Das andere Boot gibt den Kurs vor und hält Kontakt zu den Containerschiffen.

Containerschiffen?

Ja, in der Straße von Gibraltar sind Hunderte davon täglich unterwegs. Aber mein Rekordversuch war angemeldet, die Küstenwache wusste Bescheid und die Containerschiffe auch. Sie fahren manchmal nur hundert Meter an mir vorbei, aber das stört mich nicht. Was mir viel mehr zusetzt, ist die Kälte.

Hast du keinen Neoprenanzug?

Unter Extremschwimmern ist es Ehrensache, ohne Anzug zu schwimmen - obwohl ich damit schneller wäre.

Wie hast du dich ans kalte Wasser gewöhnt?

Ich dusche jeden Tag kalt und trainiere in kaltem Wasser, zum Beispiel an der Küste von Dover, im Ärmelkanal.

Den wolltest du im vergangenen Jahr auch durchschwimmen und musstest abbrechen.

Nach elfeinhalb Stunden konnte ich nicht mehr. Ich habe kaum noch Luft gekriegt. Während des Schwimmens habe ich mir eine Lungenentzündung eingefangen, nur wenige Kilometer vorm Ziel. Mein Team hat entschieden, dass es vorbei war. Ich selbst hätte das nicht gekonnt.

Warum?

Beim Schwimmen verfalle ich irgendwann in eine Art Trance. Im Ärmelkanal hatte ich gar nicht mehr auf die Rufe meiner Mannschaft reagiert. Dann musste ich raus aus dem Wasser.

Du studierst in Marburg BWL. Wie kriegst du das hin neben dem Sport?

Wenn ich mich auf Wettkämpfe vorbereite, trainiere ich jeden Tag bis zu sechs Stunden. Dann ist es schwer. Aber ich schreibe einmal im Jahr einen Plan, wann ich lerne, wann ich ins Trainingslager fahre und wann ich Wettkämpfe habe. Bisher funktioniert das ganz gut.

Dieses Interview ist zuerst im UNI SPIEGEL erschienen.

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