1,6 Millionen Likes für eine Pilgerfahrt.

Fußball-Nationalspieler Mesut Özil ist Muslim. Das wissen alle spätestens seit der Fußball-WM 2014, als das Turnier mit dem Fastenmonat Ramadan zusammenfiel. Damals wurde diskutiert, ob Fußballer tagsüber auf Essen und Trinken verzichten können, wenn sie gleichzeitig Hochleistungssport abliefern. Özil meinte zum Fasten damals: "Ich kann da leider nicht mitmachen, weil ich arbeite." (SPIEGEL ONLINE)

Der Islam erlaubt, das Fasten auszusetzen, wenn es die Arbeit beeinträchtigt. Jetzt steht wieder ein Turnier an, die Fußball-EM.

Und Mesut Özil postet dieses Bild:

Bei Instagram sammelte das Foto in nur elf Stunden mehr als 277.000 Likes und 13.000 Kommentare. Auf Özils Facebook-Seite, wo er es ebenfalls hochlud, kamen in der gleichen Zeit sogar 1,4 Millionen Gefällt-mir-Angaben zusammen.

Was ist auf dem Bild zu sehen?

Özil steht vor der Kaaba, einem in schwarzes Tuch gehüllten Steinquader. Die Kaaba gilt im Islam als Heiligtum. Sie steht in der Großen Moschee der saudi-arabischen Stadt Mekka. Jeder Muslim soll mindestens einmal im Leben Mekka besuchen und die Kaaba umrunden. Genannt wird das "Haddsch" – Pilgerfahrt. Die Haddsch ist vergleichbar mit christlichen Pilgerreisen, zum Beispiel entlang des Jakobsweges.

Anders als christliche Wallfahrten ist die Haddsch im Islam jedoch ein Gebot. Es gibt die große und die kleine Haddsch. Die große findet jährlich während des islamischen Monats Muharram an bestimmten Feiertagen statt. Sie ist die verpflichtende Reise, die jeder Muslim gemacht haben soll. Die kleine Haddsch – sie wird Umra genannt – hingegen ist freiwillig und kann das ganze Jahr über gemacht werden. Mesut Özil unternimmt hier eine kleine Pilgerreise, die nächste große findet erst Mitte September statt.

Fans haben Özil beim Umrunden der Kaaba gefilmt:
Warum besucht Özil nun Mekka?

Vielleicht einfach, weil es gerade gut in seinen Kalender passt. Für einen Muslim ist der Besuch von Mekka ein sehr spirituelles Ereignis. Die Saison mit dem FC Arsenal ist zu Ende und die EM hat noch nicht begonnen – es ist also genau die richtige Zeit, um aufzutanken.

Darüber hinaus ist das Bild aber auch eine Geste, selbst wenn die von Özil vielleicht nie so gedacht war. Sie zeigt:

Auch der Islam gehört zum deutschen Fußball.
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