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Drei Fragen und Antworten

Stürmer Mario Gomez ist aus der Fußball-Nationalmannschaft zurückgetreten. Der Angreifer des Bundesligisten VfB Stuttgart teilte am Sonntag auf seiner Facebook-Seite mit:

"Meine Zeit in der Nationalmannschaft war sportlich nicht immer einfach, nicht immer erfolgreich und doch wunderschön. Nun ist es aber an der Zeit, Platz zu machen und den vielen jungen und hochtalentierten Jungs die Möglichkeit zu geben, ihren Traum zu erfüllen, sich zu beweisen, Erfahrungen zu sammeln und das Beste für Deutschland zu erreichen."

Was hat Mario Gomez noch gesagt?

Hier kannst du den entscheidenden Teil seines Statements im Original lesen:

Hat er sich zum Rücktritt von Mesut Özil geäußert?

Nein, er schrieb lediglich, dass es, "nachdem der ganze Populismus" sich ein wenig gelegt habe, nun Zeit sei, sich auch zu seiner Zukunft zu äußern.

Gomez ist nach Mesut Özil der zweite Nationalspieler, der nach der WM in Russland seinen Rücktritt erklärt. Dort waren die beiden mit der Nationalmannschaft in der Vorrunde rausgeflogen. Es war das schlechteste Abscheiden einer deutschen Elf bei einer WM.

Gomez bestritt für die Nationalmannschaft 78 Länderspiele und erzielte 31 Treffer. Zwischenzeitlich war er von den deutschen Fans nach schwachen Leistungen ausgepfiffen worden. Bei der EM 2016 avancierte er allerdings plötzlich wieder zum Leistungsträger und Stammspieler.

Gibt es eine Chance auf den Rücktritt vom Rücktritt?

Eine kleine. Ein Hintertürchen für ein Comeback ließ Gomez sich in seiner Erklärung offen:

"Nur wenn der Trainer in zwei Jahren bei der EM aus unwahrscheinlichen Gründen Bedarf sieht und ich mich auch wirklich noch in der Verfassung fühle, helfen zu können, werde ich dann selbstverständlich bereitstehen."

Die Social-Media-Beauftragten des DFB reagierten auf Twitter auf den Rücktritt:

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Christian Lindner wirft türkischstämmigen Deutschen vor, sich nicht genug zu integrieren
Menschen erzählen von Alltagsrassismus – so reagiert der FDP-Chef.

Nach dem Rücktritt von Mesut Özil aus der Nationalmannschaft haben unter dem Hashtag #MeTwo sehr viele Menschen ihre Erfahrungen mit Alltagsrassismus in Deutschland gesammelt. FDP-Chef Christian Lindner hat sich nun dazu geäußert. Er spricht ihnen diese Erfahrungen nicht ab, findet die Debatte aber einseitig. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. 

Ihm zufolge gehöre neben der Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund noch ein zweiter Aspekt zur Diskussion. Das bermerkenswerteste Zitat:

"In der türkeistämmigen Gemeinschaft gibt es eine Geringschätzung freiheitlicher Werte. Bemühungen, sich zu integrieren, werden vernachlässigt."

Lindner wirft damit Deutschen mit türkischen Vorfahren pauschal vor, freiheitliche Werte nicht zu schätzen und sich nicht richtig zu integrieren. Ob er damit alle Deutschen mit türkischem Migrationshintergrund meint, wird nicht ganz klar.