Bild: Alexander Hassenstein / Getty Images

Abseits der Bestzeiten haben die Sportler bei diesen Olympischen Spielen einen weiteren Rekord aufgestellt: Nie zuvor haben so viele queere Athleten teilgenommen. Sportler und Sportlerinnen also, die offen schwul oder lesbisch leben, die bi- oder intersexuell oder Transgender sind.

Die Webseite Outsports fokussiert sich auf LGBTI-Themen im Sport, gemeinsam mit dem Blog The Queerstory Files listeten sie 49 Athleten und drei Trainier auf, die offen ihre queere Liebe leben. Ursprünglich waren es mal 50 Sportler und Sportlerinnen, aber eine bat darum, nicht in der Liste aufgeführt zu werden. Zum Vergleich: Bei den Spielen in London zählte Outsports nur 23 queere Sportler von insgesamt rund 10.000 Teilnehmern.

Hinzukommt noch mindestens eine Freiwillige: Marjorie hat bei den Olympischen Spielen ihrer Freundin Isadora Cerullo, einer brasilianischen Rugby-Spielerin, einen Heiratsantrag gemacht. Direkt nach dem Match rannte sie aufs Feld, in der Hand ein roter Luftballon in Herzform (bento).

Daneben thematisieren natürlich sehr viele Männer und Frauen ihr Liebesleben gar nicht erst. Entweder weil sie – zu Recht – davon ausgehen, dass ihre Sexualität niemanden etwas angeht außer sie selbst. Oder weil sie sich nicht outen können; in vielen Ländern, Familien, Freundeskreisen und Sportmannschaften werden queere Menschen schließlich immer noch diskriminiert.

Deswegen bezeichnete das "Slate Magazine" diese Woche einen Beitrag in "Daily Beast" auch als "schäbig, gefährlich und extrem unethisch". Ein Journalist hatte sich für einen Artikel bei Grindr eingeloggt und danach schwule Sportler geoutet. "Daily Beast" hat sich inzwischen dafür entschuldigt.

Dieser queere Rekord ist nicht der erste in Rio, den wir besonders feiern. Denn: Bei den Olympischen Spielen nehmen in diesem Jahr so viele Athletinnen teil wie nie zuvor. (bento)
(Bild: Daten: IOC/Grafik: bento)

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