Bild: Lego
Genauer hätte man die Mannschaft nicht treffen können.

Man kann Lego nicht genug danken. Dabei darf man sie ja eigentlich gar nicht erwähnen. Streng genommen ist ein Text über die Lego-Edition der deutschen Fußballnationalmannschaft natürlich ein Werbetext und sollte entsprechend gekennzeichnet werden.

Dass wir hier mal eine Ausnahme machen, liegt einzig und allein daran, dass Lego es geschafft hat, der Nationalelf derartig nahe zu kommen, dass man als Journalist, der mit der ständig zunehmenden Abschottung der DFB-Elf zu kämpfen hat, nur neidisch werden kann. Lego hat mit seinen Minifiguren den Wesenskern der Nationalmannschaft erfasst. Karl-Heinz Rummenigge würde seinen Hut ziehen und sagen: "Champs-Élysées".

16 Figuren hat der Spielwarenkonzern im Vorfeld der Fußball-EM auf den Markt geworfen, ab Mai erhältlich, und nur wer oberflächlich denkt, würde sagen: Ein Marketingprodukt mehr vor dem Turnier.

Manuel Neuer führt das Team an, Benedikt Höwedes ist auch dabei und darf sich sogar wieder über volles Haar freuen, Sami Khedira lässt sich über den Kinnbart identifizieren, Jérôme Boateng ist ein bisschen arg dunkel geraten.

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Der Bundestrainer trägt eine wilde Scheitelfrisur, und überhaupt lassen sich die Spieler tendenziell nur über den Haarschnitt unterscheiden. Ansonsten sehen alle gleich aus, dieselben Grübchen, dieselben geschwungenen Augenbrauen, dasselbe optimistische "Wir holen den Titel"-Grinsen, überall prangt das große Signet des Sportartikelherstellers auf dem Trikot, klein und rein. Glattpoliert. Und auch Max Kruse hat dieselbe Façon wie all seine Kollegen. Der tanzt nicht mehr aus der Reihe. Oliver Bierhoff gefällt das.

Lego hat die Nationalmannschaft kreiert, wie sie sich jeder Sponsor erträumt. Und so wie sie sich immer mehr entwickelt und von der Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Zuversichtlich blickende junge Männer, blendend weiße Zähne, die perfekten Spielfiguren. Panini-Abziehbilder zum Spielen. Und Philipp Lahm ist noch nicht einmal mehr dabei.

Es fehlen jetzt nur noch die Barbie-Figuren. Wahrscheinlich mit Spielerfrauen.

Dieser Text ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen.

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