Bild: Alessandro Di Meo/dpa
Zwei Fragen, zwei Antworten

Was ist passiert? 

Die Ultras von Lazio Rom haben am Samstag vor einem Fußballspiel sexistische und diskriminierende Inhalte verbreitet. Anhänger des Hauptstadt-Clubs verteilten Flugblätter, in denen sie Frauen dazu aufforderten, sich nicht in den vorderen Reihen des Fanblocks im Olympiastadion in Rom aufzuhalten. 

Was steht auf den Flugblättern?

Die Flugblätter wurden vor dem Eröffnungsspiel in der Serie A – der höchsten Spielklasse im italienischen Profifußball – gegen Napoli verteilt.

Die Curva Nord stellt für uns einen heiligen Raum dar.
Flugblatt

Ein heiliger Raum in denen Frauen nichts verloren hätten. Die Lazio-Ultras vergleichen ihn mit einem "Schützengraben". "In den Schützengräben lassen wir Frauen, Ehefrauen und Freundinnen nicht zu, also laden wir sie ein, sich ab der zehnten Reihe zu positionieren", schrieben die Fans.

Der Verein distanzierte sich von der Aktion. 

Das ist nicht die Meinung des Clubs. Wir sind gegen jede Diskriminierung.
Sprecher von Lazio Rom

Ist das der erste Skandal, für den Lazio-Fans sorgen?

Nein, vor allem dieser Fall beschäftigte im vergangenen Jahr die Italienerinnen und Italiener. Es ging um einen Vorfall im Olympiastadion, das sich die beiden rivalisierenden Vereine AS Rom und Lazio Rom teilen. 

"Ultras" von Lazio, mit Verbindung zum organisierten Verbrechen, hatten im Stadion Aufkleber mit einer Fotomontage angebracht: Darauf war das Gesicht der getöteten Jüdin Anne Frank in einem Trikot von AS Rom zu sehen. Zudem waren antisemitische Sprüche darauf zu lesen (SPIEGEL ONLINE). Anne Frank, die sich in Amsterdam versteckt hielt, wurde 1944 gefunden und starb im Konzentrationslager. 

Vor allem die Südkurve war mit den Aufklebern besudelt worden, in der sich traditionell die Fans des AS Rom versammeln. Für diesen Vorfall wurde Lazio Rom mit einer Geldstrafe von 50.000 Euro belangt. 

Renato Sacerdoti, jüdischer Römer und Gründer des AS Rom, überlebte die Judenverfolgung, weil er sich in einem Kloster verstecken konnte (Süddeutsche Zeitung). 

Lazio Rom hat schon lange ein Problem mit seinen Ultras und deren Verbindungen zum rechtsextremen Milieu. Wie die "BZ" berichtet, gehen italienische Behörden davon aus, dass in Italien etwa 8000 rechtsextreme Ultras regelmäßig den Weg ins Stadion finden. Besonders bei Vereinen wie Hellas Verona, Inter Mailand und eben Lazio Rom.

Mit Material von dpa


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