Bild: Unspalsh/William Stitt
Es gibt auch Autosticker zum Angeben!

Jetzt, wo die Tage wärmer und länger werden, sieht man sie überall: Jogger. Sie bereiten sich vor, auf Marathons, Halbmarathons, 10-Kilometer-Läufe, 7-Kilometer-Läufe, 5-Kilometer-Läufe.

Manch anderem reicht als sportliche Betätigung auch der morgendliche Sprint zur U-Bahn. Aber warum sollen nur diejenigen den ganzen Spaß haben, die sich gerne in enge Laufhosen quetschen und darin solange durch die Gegend rennen, bis sie schweißgetränkt haarscharf an ihrem viel zu hoch gesteckten Ziel vorbeischrammen? Warum sollen ihnen die Medaillen, Pokale und Jubelbilder vorbehalten sein?

Das "Boerne 0.5K" macht damit jetzt Schluss. Die Teilnehmer des Laufs rennen nämlich ganze 500 Meter, also die perfekte Distanz für Faulpelze und Laufmuffel!

Am 5. Mai werden die Unsportlichen sich an der Startlinie in Boerne, Texas, versammeln. Dafür müssen sie lediglich 25 Dollar Startgeld zahlen. Das Event ist von 11 bis 12 Uhr angesetzt –  eine Stunde schien den Veranstalter ein realistischer Zeitrahmen zu sein, um 500 Meter zurückzulegen.

Doch niemand erwartet, dass die Läuferinnen und Läufer das ganz ohne Hilfe leisten. Darum gibt es nach 250 Metern, also auf halber Strecke, eine Kaffee- und Donut-Station, um den Kohlenhydrate-Haushalt auf die zweite Hälfte des Laufs vorzubereiten. Auch ein Sanitätszelt wird es geben. Safety First. 

Was gibt es zu gewinnen?

Allerhand:

  • Alle, die es schaffen, die Ziellinie zu überqueren, bekommen einen Autosticker, damit alle im Stau hinter ihnen wissen, was sie geleistet haben.
  • T-Shirts!
  • Mitmach-Medaillen – hier ist jeder ein Gewinner.
  • Ziellinien-Bilder.
Muss man wirklich mitlaufen, um das alles zu bekommen?

Nein. Wer nicht laufen aber alle Vorteile genießen möchte, der kann das Prokrastinations-Paket kaufen – für ebenfalls nur 25 Dollar! Dafür gibt's das T-Shirt, den Sticker und die Medaille.

Was steckt hinter dem "Boerne 0.5K"?

Tatsächlich ein guter Zweck. Es handelt sich nämlich um einen Spendenlauf. Das Geld wird an die lokale gemeinnützige Organisation "Blessings in a Backpack" gehen, 

Der Lauf ist bereits ausverkauft, auf Facebook haben knapp 1000 Menschen angegeben, sich für das Event zu interessieren. Eine Teilnahme ist nur noch durch das Prokrastinations-Paket möglich. Für viele Sportmuffel ist das vielleicht ohnehin die bessere Option.


Gerechtigkeit

Warum Abtreibung sich für Polinnen gerade wie ein Verbrechen anfühlt
Apotheker verweigern die "Pille danach", Ärzte den Abbruch.

Polen hat eines der strengsten Gesetze gegen Abtreibungen in Europa. Sie sind nur in wenigen Ausnahmen erlaubt: Wenn Frauen vergewaltigt und danach schwanger werden, wenn das ungeborene Kind das Leben der Mutter gefährdet, wenn der Fötus Missbildungen aufweist. 

Seit Jahren fordern Protestbewegungen, das Gesetz zu lockern. Das Gegenteil passierte: Die Regierung will das Abtreibungsgesetz sogar verschärfen und einen Abbruch selbst in Ausnahmefällen verbieten. Sie bekommt Unterstützung von der großen Volksinitiative "Stoppt Abtreibung". 

Gegen die Initiative und die Verschärfung des Gesetzes protestieren viele Polinnen und Polen seit zwei Jahren immer wieder bei den sogenannten "Schwarzen Märschen". Die Bewegung konnte bereits zweimal verhindern, dass das Parlament zu dem Gesetzentwurf berät – wann die Regierung den Vorschlag erneut auf die Tagesordnung setzen wird, ist ungewiss. 

Wir haben junge Menschen in Polen gefragt: Was sind eure persönlichen Erfahrungen mit dem Thema Abtreibung? Was würde eine Verschärfung des Gesetzes für euch bedeuten?