Bild: Sven Hoppe/dpa
Die fünf wichtigsten Zitate aus der Pressekonferenz

Erstmals seit dem Scheitern der deutschen Fußball-Nationalmanschaft bei der Fußball-WM in Russland hat sich Bundestrainer Joachim Löw öffentlich geäußert. Auf der Pressekonferenz zur Analyse der WM sprach er auch die Rassismusvorwürfe von Mesut Özil an.

Hier sind die fünf wichtigsten Zitate des Bundestrainers:

Wir dachten, dass wir das Thema aus der Welt schaffen mit dem Treffen beim Bundespräsidenten.
Joachim Löw

Die sportliche Leitung der Nationalmannschaft habe vor und während der Fußball-WM in Russland das Thema Mesut Özil "absolut unterschätzt", räumte Löw ein. Sein einziger Gedanke sei gewesen, die Nationalmannschaft richtig auf die WM vorzubereiten, sagte der 58-Jährige zu den Fotos von Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. 

Offenbar um die Wogen zu glätten, gab es schließlich ein Treffen der beiden Fußballer mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier (bento). Am Ende habe die Affäre um das Foto viel Kraft gekostet. "Dieses Thema war nervenaufreibend, weil es immer wieder da war", ergänzte Löw. Es sei aber nicht der Grund für das vorzeitige WM-Aus in Russland gewesen. 

Nach der WM und nach Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft habe er mehrfach versucht, Özil zu erreichen, sagte Löw.

Es ist mir nicht gelungen, ihn ans Telefon zu bekommen. Das muss ich jetzt einfach mal akzeptieren.
Joachim Löw

Zuvor habe ihn nur Özils Berater angerufen. "Der Spieler selbst hat mich nicht angerufen", sagte der Bundestrainer. Das sei schon in der Vergangenheit immer so gewesen. 

Der Nationalspieler Özil hatte seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft auch mit Rassismus begründet, den er erfahren habe. "Ich werde nicht mehr für Deutschland spielen, während ich Rassismus und Respektlosigkeit mir gegenüber spüre", hieß es in seiner Erklärung. (bento

Von Rassismus in der Nationalmannschaft will Joachim Löw jedoch nichts wissen:

Mit seinem Vorwurf über Rassismus hat Mesut ganz einfach auch überzogen. Es gab nie in der Mannschaft auch nur einen Ansatz von Rassismus, keinen Ansatz von rassistischen Äußerungen.
Joachim Löw

Ilkay Gündogan war nach dem Foto mit Erdogan ebenfalls in die Kritik geraten. Er hatte sich am Dienstag erstmals zu der Affäre geäußert. Seiner Meinung nach sei bei manchen Menschen die Grenze zum Rassismus überschritten worden, Rassismus in der DFB-Elf habe es aber nicht gegeben (bento). 

Löw sagte über Gündogan:

Ilkay hatte sich im Trainingslager erklärt. Bei ihm weiß ich, dass er sich mit unseren Werten absolut identifiziert.
Joachim Löw

"Mit unseren Werten identifizieren" – mit diesem Satz unterstellt Löw Özil indirekt, dies nicht zu tun.

Zum Scheitern der Mannschaft in der WM-Vorrunde sagte Löw, sein allergrößter Fehler sei es gewesen, dass er geglaubt habe, mit einem dominanten Stil durch die Vorrunde zu kommen. 

"Wenn wir dieses Spiel spielen, müssen alle Rahmenbedingungen stimmen, damit wir dieses hohe Risiko auch tolerieren können. Diese Rahmenbedingungen haben in diesen Spielen nicht bei uns gepasst", sagte der Bundestrainer. Und fügte an:

Es war schon fast arrogant. Ich wollte das auf die Spitze treiben und es noch mehr perfektionieren.
Joachim Löw

Er hätte jedoch die Mannschaft vorbereiten müssen so wie es 2014 der Fall gewesen sei, als es eine Ausgewogenheit gegeben habe zwischen Offensive und Defensive, so Löw.

Teammanager Oliver Bierhoff sieht das Fehlen der richtigen Einstellung als einen Hauptgrund für das historische Scheitern in Russland. Erstmals bei einer WM war ein DFB-Team schon in der Vorrunde gescheitert. "Wir sind selbstgefällig aufgetreten, wir haben die Unterstützung der Fans für zu selbstverständlich gehalten", sagte Bierhoff. Man habe gedacht, dass das ein Selbstläufer sei. 

Mit Material von dpa


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