Bild: dpa/Andreas Arnold
Kein Rücktritt, nirgendwo – zwei Fragen, zwei Antworten.

Fünf Tage war unklar, was er macht. Jetzt steht fest: Joachim Löw macht als Fußball-Bundestrainer weiter. Das melden übereinstimmend die "Bild-Zeitung" und die "Süddeutsche Zeitung". Eine Bestätigung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gab es dafür zunächst nicht.

Warum hätte er zurücktreten sollen?

Die deutsche Mannschaft schied bei der WM in Russland in der Gruppenphase aus – es ist das schlechteste Ergebnis einer Nationalelf, seit es Fußball-Weltmeisterschaften gibt. Löws Team wirkte weder aggressiv noch richtig motiviert. Die Spieler konnten in keinem der drei Gruppenspiele überzeugen.

Auch Löw selbst kann nicht reklamieren, die Gegner mit taktischen Kniffen bezwungen zu haben. Schon vor dem Turnier hatte es Unruhe im Team gegeben. Löw ließ Leroy Sané zu Hause, der hatte bei Manchester City eine tolle Saison gespielt. Die meisten Beobachter hatten den Außenstürmer im deutschen Aufgebot erwartet. 

Trotzdem: Löw macht jetzt einen auf Seehofer.

Was sprach für Löw?

Noch vor der WM hatte Löw seinen Vertrag bis 2022 verlängert. Der Deutsche Fußball-Bund hatte bereits kurz nach dem Turnier signalisiert, mit Löw weitermachen zu wollen. DFB-Chef Reinhard Grindel und das Präsidium des Verbandes sprachen sich am Freitag in einer Telefonkonferenz einstimmig für Löw aus. 

Außerdem muss der DFB gerade sparen. Ein neuer Trainer würde viel Geld kosten. Löw ist die deutlich billigere Lösung. Auch die Glaubwürdigkeit der Verbandsbosse steht auf dem Spiel. Schließlich hatten sie gerade mit Löw verlängert – ohne die WM abzuwarten.


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