Bild: Shaun Botterill/Getty

Der Traum des Außenseiters ist vorbei: Mit 2:5 haben die Isländer gegen Frankreich verloren, gegen die Offensive der Franzosen konnten sie nichts ausrichten.

Trotzdem: Egal, wer Europameister wird, die Isländer werden uns noch lange im Gedächtnis bleiben. Sie haben uns gezeigt, wie weit man Einwürfe werfen kann, wie viel Emotionen in einem einzelnen "Huh" stecken – und wie man trotz technischer Unterlegenheit einen Haufen reicher Fußballstars schlagen kann.

Der Erfolg der Isländer ist kein Zufall. Er folgt einem Konzept. Der erfahrene Trainer Lars Lagerbäck hat das Land mit schwedischem Know-How vom 112. auf den 34. Platz der Weltrangliste geführt. Die Isländer haben die Trainer-Ausbildung professionalisiert. Mittlerweile gibt es dort deshalb mehr Trainer pro Einwohner als in anderen Ländern.

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Zusätzlich wurden in den vergangenen 20 Jahren viele Kunstrasenplätze und Hallen gebaut. So können die Isländer unabhängig vom Wetter Fußball spielen.

Wir stellen in der Slideshow elf Fußballer und zwei Trainer vor, die ganz anders sind als die Ronaldos und Boatengs dieser Welt:
Hatte mit 14 einen schweren Skiunfall und litt lange an den Folgen. Als ihn ein Freund fragte, ob er nicht aushilfsweise bei einem Drittliga-Spiel einspringen könnte, sprang er ein. Ist nebenbei Filmemacher, hat unter anderem das Video zu einem isländischen ESC-Beitrag produziert.
Konnte sich zu Beginn seiner Laufbahn nicht bei Valur Reykjavík durchsetzen und wollte stattdessen Karriere als Pilot machen. Doch dazu fehlte ihm die Disziplin. Entschied sich also doch für Fußball. Will die Sache mit dem Fliegen später aber noch einmal versuchen.
Hat seine BWL-Abschlussarbeit über angebliche Korruption im englischen Fußball geschrieben. Hätte auch Chancen auf eine Karriere in der Wissenschaft in den USA gehabt, spielte aber lieber Fußball, unter anderem bei Klubs wie Víkingur Reykjavík, Plymouth Argyle oder Rotherham United.
Macht sich nichts aus Starkult. Als er vor ein paar Jahren vor einem wichtigen Spiel gegen Kroatien nach seiner Meinung zu Mario Mandzukic gefragt wurde, dem Torjäger der Kroaten, gab er zu, ihn gar nicht zu kennen. Hat angeblich das Interesse von Schalke und Wolfsburg geweckt.
Neigt wie ein isländischer Vulkan zu spontanen Eruptionen. Wurde nach einer emotionalen Überreaktion angeblich mal in die Jugendmannschaft verbannt und soll ein Anti-Aggressions-Training gemacht haben. Ansonsten flexibel: Spielt im Verein im Mittelfeld und in der Nationalmannschaft als Außenverteidiger.
Spielte in der Jugendmannschaft der Londoner Clubs Chelsea und Fulham, weil seine Eltern eine Weile in der Stadt lebten. Musste dafür sein liebstes Hobby aufgeben: Weil die Internetverbindung zu seinen Freunden in Island zu schlecht war, konnten sie nicht gegeneinander Counter Strike zocken.
Hat bei der EM schon zwei Tore mit weiten Einwürfen vorbereitet. Kein Zufall: Er kommt aus einer Handballer-Familie und musste sich selbst in der Jugend zwischen Handball und Fußball entscheiden. Der bärtige Kapitän führt den berühmten Klatsch-Jubel der Isländer („Hu!“) nach gewonnenen Spielen an.
Eine Art isländischer David Beckham. Ist der Star der Mannschaft, hat diverse Werbeverträge und ist mit einer ehemaligen Schönheitskönigin zusammen. Sein Vater leitet einen Fischereibetrieb, sein Bruder ist professioneller Golftrainer. Spielte zwischenzeitlich für Hoffenheim.
Schoss beim EM-Auftakt gegen Portugal das erste Tor überhaupt für Islands Nationalmannschaft bei einem großen Turnier. Spielt aktuell in der Schweiz beim FC Basel, war davor in Norwegen, Belgien und Italien. Trägt den Spitznamen Thor wegen, genau, seiner Ähnlichkeit zur Filmfigur.
Wechselte Anfang des Jahres zum 1. FC Kaiserslautern und machte in der Rückrunde zwei Zweitliga-Tore. Ist mit seinen Gedanken aber immer in seinem isländischen Heimatort Selfoss. Dort unterstützt er Kinder und Jugendliche, die sich keine Trikots und keine Fußballschuhe leisten können.
Zweitbester Torschütze in Islands Länderspielgeschichte. Sein Bruder hat in der Jugend des FC Bayern und später ebenfalls in der Nationalmannschaft gespielt. Sein Vater betreibt eine Bäckerei-Kette, die zu den Werbepartnern des isländischen Verbandes gehört.
Kam als Spieler nie über die dritte Liga hinaus. Ist dafür eine schwedische Trainer-Legende. Neun Jahre betreute er die Auswahl seines Landes, arbeitete ein halbes Jahr als Nationaltrainer Nigerias und ist seit fünf Jahren Trainer der Isländer. Nach der EM hört er auf.
Ist eigentlich Zahnarzt mit eigener Praxis auf der Insel Heimaey. Nutzt seine Berufserfahrung auch als Nationaltrainer, weil er jeden Spieler wie seine Patienten unterschiedlich behandeln muss. Macht nach Lagerbäcks Rückzug nach der EM alleine weiter.
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