Bild: Instagram/Sajad Gharibii
Dieser Kerl könnte demnächst gegen den "Islamischen Staat" kämpfen.

Dürfen wir vorstellen: Sajad Gharibi, 24 Jahre alt, 155 Kilogramm schwer, Bodybuilder aus dem Iran. Im Netz wird er gerade für seinen Instagram-Account gefeiert. Dort bezeichnet er sich als "Iranischer Hulk" oder als "Persischer Herkules". Auch dem Wrestling-Verband WWE hat er sich dort bereits empfohlen.

In Bildern – das ist Sajad Gharibi:
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Gharibi kommt nach eigenen Angaben aus Buschehr, einer Küstenstadt im Süden des Iran. Sie ist international als Standort eines umstrittenen Atomkraftwerkes bekannt.

Aufmerksamkeit erlangte sein Profil vor einigen Wochen, als ihm vor allem arabische Blogger unterstellten, für die Terrormiliz "Islamischer Staat" als Henker zu arbeiten. Er wurde mit einem maskierten IS-Kämpfer verglichen, der in britischen Medien als "The Bulldozer" bekannt war (beroznews.com – Achtung, drastische Fotos). Gharibi bestritt die Anschuldigungen jedoch.

Nun will der "Iranian Hulk" selbst gegen den IS kämpfen.

Er habe sich bei den "Verteidigern der Schreine" eingeschrieben, sagte er der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Als "Verteidiger der Schreine" werden im Iran jene Kämpfer bezeichnet, die im Syrien und dem Irak kämpfen.

In Syrien tobt seit mehr als fünf Jahren ein blutiger Bürgerkrieg zwischen verschiedenen Gruppierungen. Zu Beginn schlug die Armee des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad Aufstände und Demonstrationen syrischer Bürger nieder – heute ist daraus ein Konflikt mehrerer Ethnien und Nationen geworden. Der Krieg wirkt sich auch auf den benachbarten Irak aus, dort kann die Regierung nur wenig gegen eindringende Dschihadisten ausrichten.

Der Iran unterstützt nun in Syrien und dem Irak die Regierungstruppen. Denn die Mehrheit der Iraner gehört zur schiitischen Strömung im Islam, viele der Extremistengruppen – so auch der IS – gehören hingegen zu den Sunniten.

Schiiten und Sunniten stehen sich im Islam nicht grundsätzlich feindlich gegenüber.

Die religiösen Unterschiede werden aber immer wieder missbraucht, um Kämpfer anzuheizen. Sunnitische Extremisten zerstören so oft schiitische Tempel und Schreine in beiden Ländern – daher auch der iranische Kampfname "Verteidiger der Schreine".

Ob der "Iranian Hulk" tatsächlich gegen den IS kämpft, lässt sich nicht unabhängig überprüfen. Nur noch wenige Journalisten können aus den Kriegsgebieten berichten, im Netz kursieren viele Gerüchte und Propagandafotos.

Und auch die irakische Armee wirbt mit einem "Rambo aus Irak". Hinter dem Namen verbirgt sich Abu Azrael, ein irakischer Kommandant, der im Land mittlerweile zu einer Art Nationalheld aufgestiegen ist.

In Bildern – das ist Abu Azrael:
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Wie authentisch die Kampfeinsätze des "Rambo" sind, lässt sich nicht sagen. Die im Netz verbreiteten Videos zeigen nicht viel mehr als Luftschüsse:

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