Der schönste Jubel der WM.

Sie werfen ihre Bierbecher in die Höhe, jubeln, kreischen und umarmen sich. So sieht es auf der Berliner Fanmeile aus, wenn Toni Kroos ein Tor für die deutsche Fußballmannschaft schießt. Kollektiver Jubel, bei manchen schießen sogar Tränen ein. Wer bei der WM mitfiebert, der weiß, wie glücklich so ein Torjubel machen kann.

Was aber, wenn du das Spiel weder hören, noch sehen kannst? Nicht weil du vielleicht bei der Arbeit bist, sondern weil du es wirklich nicht kannst. So geht es nämlich Carlos Junior, einem brasilianischen Fußballfan, der gehörlos und blind ist. (Globo)

Das Spiel erleben möchte er aber trotzdem. Nur wie gelingt das?

Es braucht dafür sehr gute Freunde. Und die hat der 31-jährige Carlos Junior. Das Spiel Brasilien gegen Costa Rica am vergangenen Freitag übersetzten die drei auf eine besondere Art: Sie klopften ihm bei Jubel auf die Schulter, führten seine Hände über ein vor ihm aufgebautes Miniatur-Spielfeld, symbolisierten, wie Neymar sein Gesicht im Trikot versteckt und nach dem Spiel den Tränen freien Lauf lässt.

Während einer der Freunde die Position des Balls auf dem Spielfeld anzeigt, malt der andere Freund die Nummer des Spielers, der gerade den Ball führt, auf Carlos Juniors Rücken. (Globo)

90 Minuten lang mussten die Freunde zittern, erst in der Nachspielzeit fielen die beiden Tore von Coutinho und Neymar. (Hier gibt es eine Zusammenfassung des Spiels)

So sieht der wohl schönste Zuschauerjubel der WM aus:

Nach dem Unentschieden gegen die Schweiz und dem Sieg gegen Costa Rica steht die Mannschaft derzeit auf Tabellenplatz 1 in Gruppe E. Am Mittwoch steht das letzte Gruppenspiel gegen Serbien an. Im Achtelfinale könnte Brasilien anschließend auf Deutschland treffen.

In Brasilien gilt die 1:7-Niederlage gegen Deutschland immer noch als größte Schmach der jüngeren Fußballgeschichte. Sollte die Seleção diesmal gewinnen, wird auch Carlos Junior wohl noch ausgiebiger jubeln als bisher.


Fühlen

Warum wir uns auf Fotos nicht gefallen – und wie das perfekte Foto gelingt
Spoiler: Es liegt nicht an deinem Gesicht.

Wer kennt es nicht: Man ist im Urlaub, das Küstenpanorama hinter einem sieht unbeschreiblich aus und man selbst ja eigentlich dank drei Tagen exzessivem In-der-Sonne-liegen auch – denkt man zumindest. Bis zu dem Moment, in dem die Freundin ein Foto von einem macht, man hinterher das Ergebnis auf dem Smartphone-Bildschirm betrachtet und sich fragt: Wer bitte ist dieser Mensch? 

Was folgt ist eine mittelschwere Existenzkrise und die Frage, warum man sich in der Realität so anders wahrnimmt als auf Fotos. Keine Sorge, dafür gibt es eine wissenschaftliche Erklärung, die nichts mit dem Aussehen selbst zu tun hat: