Bild: Getty Images
Das sieht schon sehr witzig aus.

Der Russe an sich lächelt nicht. Das behauptet zumindest die russische Psychologin Elnara Mustafina. Nun hat sie die schwere Aufgabe, das zu ändern. Mustafina ist eine Lächel-Trainerin – und gibt derzeit Kurse für die Angestellten großer russischer Firmen. 

Pünktlich zum Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft sollen so Russen in Seminaren das Lächeln lernen.

Mit dabei sind unter anderem Angestellte der staatlichen Bahngesellschaft, der Fifa und der Moskauer Metro. Sie alle trainieren in den Kursen, höflicher und sympathischer zu wirken. Das berichtet die BBC, die einen solchen Kurs mit Mustafina besucht hat.

Das Ziel: Fans, die aus aller Welt zur WM kommen, sollen nicht das Gefühl bekommen, dass alle Russen immerzu grimmig sind. Laut Mustafina ist das ein reales Problem:

Menschen, die nach Russland kommen, denken, Russen seien nicht freundlich. Also müssen wir ihnen das Lächeln beibringen.

Mit der neuen Lächel-Power soll Missverständnissen vorgebeugt werden – und Vorurteile abgebaut werden. Für die Angestellten heißt das, sich Grimassen anzutrainieren. 

Im Kurs sieht das entsprechend komisch auch. Aber auch sehr sympathisch:

(Bild: Screenshot BBC)

Ein Mitarbeiter drückt erst schüchtern seine Mundwinkel leicht nach oben, dann wandern sie immer höher, bis sich breite Lachfalten neben den Augen bilden. Trainerin Mustafina zeigt mit ihren rot lackierten Fingern auf die Mundwinkel.

"Zähne", ruft sie, "da sind Zähne zu sehen!"

In einer anderen Szene zappeln einige Russen wild in einem Park herum und lachen sich gegenseitig aus. Sie treffen sich zum Lach-Yoga. Irgendwann fehlt allen die Puste.

(Bild: Screenshot BBC)

Hier kannst du den BBC-Bericht sehen:

Ist Lächeln in Russland wirklich so ein großes Problem?

Die russische Regisseurin Yulia Melamed sagt: ja. Sie sei mal von einem Polizisten angehalten und nach ihrem Ausweis gefragt worden, erzählt sie der BBC. Warum? Weil sie lächelnd durch die Straßen lief und das irgendwie verdächtig sei. "Das hat er wortwörtlich gesagt", sagt Melamed.

Rund 1,5 Millionen Touristen werden zur Fußball-WM in Russland erwartet (Tass). Vielleicht steht ja auch dank der Lachkurse einem freundlichen Empfang nichts mehr im Wege.

(Bild: Giphy )

Gerechtigkeit

WDR feuert "Tatort"-Koordinator wegen Belästigungsvorwürfen
Es gehe um "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung".

Der WDR hat sich mit sofortiger Wirkung von Gebhard Henke, dem Leiter des Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie getrennt. Grund seien "glaubhafte Vorwürfe sexueller Belästigung und des Machtmissbrauchs", so der Sender.