Bild: ZDF/Peter Kneffel
Die 6 stärksten Zitate

Claudia Neumann kommentiert für das ZDF Spiele bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Eigentlich eine normale Sache – wäre da nicht der Hass. Weil sie als erste Frau Spiele im Männerfußball live kommentiert, wird sie immer wieder angefeindet

Bei der aktuellen WM ging der Hass so weit, dass das ZDF sogar Strafanzeige gegen zwei Hetzer gestellt hat. Sie hatten frauenfeindliche Sprüche auf den Social-Media-Kanälen des ZDF abgelassen. (bento)

Nun hat sich Claudia Neumann selbst über den Hass im Netz geäußert – und klar Stellung bezogen.

Die "Zeit" interviewte Neumann zu ihrer Karriere als Fußball-Kommentatorin und wie sie mit Anfeindungen umgeht. 

Das sind die 6 stärksten Zitate von Claudia Neumann:

1.

Über ihre Arbeit:

​Mein Körper schüttete Adrenalin aus bis zum Anschlag. Es prasseln so viele Signale und Reize gleichzeitig auf uns ein, das ist nicht vergleichbar mit Fußballgucken auf dem Sofa.

Neumann hat schon seit 1991 Fußballspiele analysiert, zuerst im Frauenfußball. 2016 kommentierte sie erstmals eine EM, nun erstmals die WM. Die Spiele live zu verfolgen und für Millionen Zuschauer direkt einzuordnen – "nimmt einen total mit".

2.

Über ihre Liebe zum Sport:

Ich habe als Kind mit Jungen Fußball gespielt, was heute nichts Besonderes mehr ist.

So sei sie auf dem Bolzplatz groß geworden. "Und so wurde Fußball einfach die Sportart, von der ich am meisten verstand und verstehe." Dann Spiele zu kommentieren, sei einfach logisch gewesen. Sie habe aber nie versucht, unbedingt als WM-Kommentatorin Karriere machen zu wollen.

3.

Über Hass im Netz:

Diese Art von Kommunikation und falschem Demokratieverständnis, die sich durch die sozialen Medien frisst, ist grauenvoll.​

Wer andere beleidigt und das Meinungsfreiheit nennt, habe laut Neumann nichts verstanden. Sie plädiert für mehr Offenheit. Und hat einen Tipp an Hasskommentatoren: "Bildet euch weiter, erweitert euren Bewusstseinshorizont, dann lernt man auch andere Haltungen zu tolerieren."

4.

Über Männer und Fußball:

Vielleicht brauchen Männer ihre kleine Oase des Rückzugs, in der man sie Kind sein lässt.

Kritiker könne sie ertragen – so lange es um ihre Arbeit gehe. Aber wer nur rumpöbeln würde, dem fehle es an Anstand. Neumann denkt, es seien vor allem Typen, die Angst haben, dass man ihnen etwas wegnimmt. Auch wenn das gar nicht stimmt.

5.

Über Toleranz:

Ob es weibliche Kommentatoren sind oder homosexuelle Spieler, Fußballer mit Migrationshintergrund – manche Menschen scheinen nicht akzeptieren zu wollen, dass ihnen das Altbekannte abhandenkommt.

Die "Hetzer" würden wohl denken, sie habe keiner gefragt. Neumann meint, sie sollten sich lieber selbst eine Frage stellen: Wie sie sich im Leben sehen und wie sie selbst aufgestellt sind. 

Entsprechend wichtig sei es, für mehr Vielfalt zu kämpfen und weibliche Kommentatoren oder Fußballer mit Migrationshintergrund weiterhin zu fördern: "Je exponierter wir nun mit dem Thema umgehen, desto schneller wird es zur Normalität."

6.

Über Intelligenz:

Ein Spiel zu kommentieren, sei keine Frage des Geschlechts – Neumann kennt auch Frauen, die lieber Männern zuhört, sagt sie im Interview. Aber für Unzufriedene hat sie dennoch einen ziemlich intelligenten Tipp parat:

Schaltet doch einfach den Ton aus, wenn es euch stört.​​​​​​


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