Bild: imago

Zum ersten Mal haben Ärzte die Daten von einem Fitness-Tracker für eine medizinische Diagnose genutzt und seinem Besitzer damit möglicherweise das Leben gerettet. Dank des integrierten Herzschlagmessers des Fitbit-Armbands des Patienten konnten die Ärzte schnell eine Behandlung festlegen und das Herz wieder auf seinen normalen Rhythmus bringen.

Ein 42-Jähriger Mann wurde nach einem Krampfanfall in das "Our Lady of Lourdes Medical Center" in New Jersey eingeliefert. Die Ärzte stellten ein Vorhofflimmern fest, einen schnellen und unregelmäßigen Herzschlag. Es blieb allerdings unklar, ob dieser beim Patienten regelmäßig auftritt oder ob der Krampfanfall dafür verantwortlich war, dass sein Herz ungleichmäßig schlug.

Wenn die Arrhythmie vor weniger als 48 Stunden aufgetreten ist, dann können die Ärzte eine elektrische Kardioversion durchführen, um den Herzschlag wieder zu normalisieren. Wenn nicht, könnte sich potentiell ein Blutgerinnsel lösen, das durch chronisches Herzflimmern entstehen kann, wie auf medGadget erklärt wird.

(Bild: Annals of Emergency Medicine)

Um festzustellen, wann genau das Herzflimmern beim Patienten eingesetzt hat, haben die Ärzte die Daten des Fitbit Charge HR genutzt.

"Während der Untersuchung des Patienten fiel uns auf, dass er am Handgelenk einen Fitness Tracker trug (Fitbit Charge HR, Fitbit, San Francisco, Kalifornien), der mit einer App auf seinem Smartphone synchronisiert wird. Sein Puls wurde als Teil eines Fitnessprogramms auf der App dokumentiert. Wir schauten uns die Daten an und sie zeigten einen grundlegenden Puls zwischen 70 und 80 Schlägen pro Minuten, mit einem plötzlichen und andauernden Anstieg auf 140 bis 160 Schlägen pro Minuten, etwa zu der Zeit, als der Patient den Anfall hatte. Der Puls blieb erhöht, bis dem Patienten vor Ort die Medikamente verabreicht wurden."

Durch den Zugriff auf die Daten erkannten die Ärzte, dass das Herzflimmern erst kürzlich aufgetreten war und konnten gefahrlos eine elektrische Kardioversion durchführen. Der Mann konnte bald darauf wieder entlassen werden.

Dies ist der erste dokumentierte Fall, bei dem Ärzte die Daten der Pulsuhr eines Patienten genutzt haben, um eine medizinische Entscheidung zu treffen. Fitness-Tracker werden aber regelmäßig von Ärzten genutzt, um Patienten genauer zu untersuchen und ihre Fortschritte zu überprüfen.

Obwohl Fitness Tracker keine anerkannten medizinischen Geräte sind und die Ärzte sie auf ihre eigene Verantwortung miteinbeziehen zeigt dieser spezielle Fall, wie Fitness Tracker in einem klinischen Kontext genutzt werden können: Sie stellen Echtzeit-Daten zur Verfügung, auf die Ärzte sonst keinen Zugriff hätten.

"Informationen von Fitness-Trackern könnten außerdem genutzt werden, um festzulegen wie oft Tachykardien bei Patienten mit diskontinuierlichem Vorhofflimmern auftreten. Sie könnten bei der Entscheidung helfen, ob ein Patient eine langzeitige Gerinnungshemmung oder eine Ablativtherapie benötigt", schreibt der Autor des Artikels "Befragung eines Smartphone-Activity-Trackers zur Unterstützung bei Arrhythmie Behandlungen".

Die Auswertung von Fitness-Tracker-Daten kann überraschende Einblicke in den Gesundheitszustand geben. Anfang des Jahres hatte ein Mann merkwürdige Daten vom Fitbit-Armband seiner Frau auf Reddit veröffentlicht. Er dachte an einen Gerätefehler – es stellte sich aber heraus, dass der schnelle Herzschlag seiner Frau ein Zeichen für eine Schwangerschaft war, die der Mann und seine Ehefrau bis dahin nicht bemerkt hatten.

Dieser Beitrag von Selena Larson ist zuerst auf The Daily Dot erschienen. Übersetzung: Carolina Torres


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