Bild: dpa/ Andreas Gebert

Die einen hassen ihn, die anderen lieben ihn. So war das schon immer beim FC Bayern München. Die Hasser monieren gern, dass Schiedsrichter die Bayern bevorzugen – der sogenannte "Bayern-Bonus". Was immer nur so ein Gefühl war, wollen Wissenschaftler jetzt bewiesen haben. Ihr Ergebnis: Schiedsrichter bevorzugen unbewusst starke Mannschaften.

Die Daten

Die Wissenschaftler werteten Tor- und Elfmeterentscheidungen zwischen 2000 und 2013/14 in allen 4.248 Spielern der 1. Bundesliga aus. Diese ordneten sie den Kategorien "eindeutig richtig", "eindeutig falsch" oder "debatierbar" zu und schauten sich dann vor allem die Fehlentscheidungen an: Tore, die aberkannt wurden, obwohl sie korrekt waren, oder nicht geahndete Elfmeter.

Außerdem legten die Wissenschaftler fest, wer als Top-Team gilt und wer eher als Außenseiter. Dabei orientierten sie sich an der "Ewigen Tabelle der Bundesliga", die sämtliche Platzierungen aller Klubs seit der Saison 1963/64 berücksichtigt.

Die Ergebnisse
  • "Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zu Unrecht nicht gegebener Elfmeter das schwache Team betrifft, ist viel größer als jene, dass er das starke Team betrifft", sagt Professor Eberhard Fees (focus.de). Von zu Unrecht verweigerten Elfmetern profitierten vor allem Top-Mannschaften häufiger als schwächere Teams.
  • Nicht gegebener Elfmeter: Während bei Außenseitern in 15 Prozent der Fälle ein Elfmeter hätte gegeben werden müssen, war das bei den Bayern nur in fünf Prozent der Fälle so.
  • Heimvorteil: Er sei ausgeprägter, je mehr Zuschauer eine Partie besuchen. Besonders beim FC Bayern. "Da ist dieser Effekt am extremsten. Er explodiert geradezu!"

Die Forscher nehmen die Schiedsrichter aber in Schutz: "Aber wir sind weit davon entfernt, den Schiedsrichtern eine Absicht zu unterstellen", sagt Helge Müller dem "Weser Kurier".

Die Kritik

Die Studie wertet lediglich Tor- und Elfmeterentscheidungen aus, aber zum Beispiel nicht die Vergabe von gelben und roten Karten. Außerdem wird die "Ewige Tabelle der Bundesliga" nicht immer die richtigen Aussagen über Favorit und Außenseiter treffen. Die Studie kann zudem nicht die Frage beantworten, wie es dazu kommt, dass Schiedsrichter die besseren Mannschaften bevorzugen.

Quellen:

Die Studie wurde durchgeführt von Dr. Eberhard Fees, Professor für Managerical Economics an der Frankfurt School of Finance & Management, Dr. Helge Müller von der Public Economics Group der Philipps Universität Marburg und Frankfurt School-Absolvent Paul Bose.


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