Bild: dpa/Soeren Stache
Die Uefa entschied sich gegen die Türkei – die wichtigsten Fragen und Antworten zur Vergabe des Turniers.

Deutschland wird 2024 die Fußball-EM ausrichten. Das verkündete die Uefa am Donnerstagnachmittag in Nyon in der Schweiz, dem Sitz des europäischen Fußballverbandes. Zwölf Uefa-Mitglieder stimmten für Deutschland, vier Personen dagegen. (manager magazin

DFB-Chef Reinhard Grindel bedankte sich für das Vertrauen der Uefa. "Wir werden alles dafür tun, den Erwartungen gerecht zu werden", sagte er. Auch Philipp Lahm hatte für die deutsche EM-Bewerbung geworben, er sagte: "Wir wollen ein riesengroßes Fußballfest feiern."

1 Wieso fiel die Wahl auf Deutschland als EM-Gastgeber?

Als Kandidaten für die EM 2024 standen noch zwei Länder zur Wahl: Die Türkei und Deutschland. Die Uefa begründete ihre Wahl zunächst nicht. Vorab hatte sie die Bewerbung Deutschlands als "kreativ" und "sehr professionell" bezeichnet. (SPIEGEL ONLINE)

Ein deutlicher Vorteil: Die Infrastruktur für eine Europameisterschaft hat Deutschland schon, auch Dank der WM im Jahr 2006. Die Stadien müssen nachgerüstet werden, haben aber insgesamt mehr Platz für Zuschauerinnen und Zuschauer, als die Stadien in der Türkei. 

2 In welchen Städten finden die EM-Spiele 2024 voraussichtlich statt?

Zehn Stadien haben sich für die Austragung von EM-Spielen vorab qualifiziert:

  • Das Olympiastadion in Berlin,
  • der Signal-Iduna-Park in Dortmund,
  • die Merkur Spiel-Arena in Düsseldorf,
  • die Commerzbank-Arena in Frankfurt,
  • die Veltins-Arena in Gelsenkirchen,
  • das Volksparkstadion in Hamburg,
  • das Rheinenergiestadion in Köln,
  • die Allianz-Arena in München,
  • die Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart,
  • und die Red-Bull-Arena in Leipzig. (Sport1)

3 Was sprach gegen die Türkei als Austragungsort?

Die Türkei warb vorab damit, dass die Uefa keine Steuern für die Europameisterschaft und keine Miete für die Stadien zahlen muss. Jedoch ist die aktuelle Wirtschaftslage in der Türkei eher schlecht, so dass Zweifel an diesen Versprechen bestanden. (SPIEGEL ONLINE)

Außerdem wird die Türkei immer wieder wegen Verletzungen des Menschenrechts kritisiert, im Evaluationsbericht der Uefa zur Türkei heißt es: 

Das Fehlen eines Aktionsplans in Sachen Menschenrechte ist problematisch.

Auch die freie Berichterstattung während einer EM in der Türkei wäre nicht so einfach gewesen, wie in Deutschland: Die Türkei steht auf dem Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen auf Platz 157 von 180. (Sportschau)

4 Welche Bedeutung hat der Zuschlag zur Europameisterschaft?

Der Zuschlag kommt vor allem für den Vorsitzenden des Deutschen Fußballbunds, Reinhard Grindel, gerade richtig: 2016 hatte er die EM-Bewerbung als das "große Leuchtturmprojekt des DFB" bezeichnet, das Projekt wurde zu seiner persönlichen Angelegenheit. (Deutsche Welle)

Grindels Ansehen sank auch nach dem Eklat um die Bilder der deutschen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Erst kritisierte Grindel die Spieler für die Aufnahmen, dann ruderte er zuück. Anschließend protestierte Özil gegen Grindels Worte und warf dem DFB-Boss Rassismus vor. (bento)

Hätte Deutschland den Zuschlag für die Europameisterschaft nicht bekommen, wäre das auch eine persönliche Niederlage für Grindel gewesen. Das Gesicht der deutschen EM-Bewerbung war bisher Philipp Lahm: Er soll nun Organisationschef werden. (Sport1


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