Bild: Uncredited/Pool Presdential Press Service/AP/dpa

Der Streit um die Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan geht weiter. Anfang der Woche haben die beiden Fußballer mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan für gemeinsame Fotos posiert (bento). Später sagten sie, eine politische Aussage stecke nicht dahinter (bento).

Nun meldet sich der ehemalige Bundesliga-Profi Deniz Naki – und kritisiert seine Kollegen für ihre Aktion. 

Naki ist Deutsch-Türke und gilt als großer Erdogan-Kritiker. Wenn andere deutsch-türkische Fußballer mit ihm posieren, dann sei das eine klare Beteiligung an Erdogans Wahlkampf, sagt er zu "Sport Bild".

In der deutschen Nationalmannschaft hätten sie entsprechend nichts zu suchen. Naki sagt: 

"Wenn das ihr Präsident sein soll, warum spielen sie dann für Deutschland? Man kann einem Präsidenten ein Trikot überreichen, wenn der für Frieden und Demokratie ist. Die ganze Welt aber weiß, dass Erdogan das nicht ist."

Wer ist Naki?

Der 28-Jährige hat früher unter anderem für St. Pauli gespielt, zuletzt kickte er für einen türkischen Verein. Anfang des Jahres verübten Unbekannte bei einem Deutschlandbesuch einen Anschlag auf ihn. Naki überlebte unverletzt und beschloss, nicht mehr in die Türkei zurückzukehren. (bento)

Zu bento sagte Naki damals im Interview:

"Ich bin in der Türkei eine laufende Zielscheibe, weil ich mich pro-kurdisch äußere.

Was passiert in der Türkei?

In der Türkei regiert Erdogan mit voller Härte und baut das Land seit einiger Zeit mehr und mehr in eine Autokratie um:

  • Seit dem gescheiterten Putschversuch vom Sommer 2016 wird die Opposition in der Türkei immer stärker in ihren Möglichkeiten eingeschränkt.
  • Journalisten werden verhaftet, kritische Richter, Lehrer und Professoren abgesetzt.
  • Die Rechte von Bürgern werden mehr und mehr beschnitten. Die EU wirft der Türkei einen "Negativtrend in Rechtsstaatlichkeit" vor. (bento)

Nun plant Erdogan den nächsten Schritt: Eigentlich hätten im November 2019 das nächste Mal Wahlen stattfinden sollen. Erdogan hat diese jedoch überraschend um anderthalb Jahre vorgezogen.

Die Pose mit den Nationalspielern fällt damit genau in den kurzen Wahlkampf.

(Bild: dpa/Pool Presdential Press Service)

Was die Aktion von Özil und Gündogan in Nakis Augen nun so gefährlich macht, erklärt der Fußballer mit einem Vergleich. 

Beide hatten Erdogan Trikots überreicht, auf Gündogans stand zudem "mit großem Respekt für meinen Präsidenten"Naki selbst würde auch gerne seinem Favoriten bei der Türkei-Wahl ein Trikot überreichen. 

"Das geht aber nicht, weil der in der Türkei im Knast sitzt", sagt Naki. Es handelt sich um Selahattin Demirtas, den Kandidat der kurdischen Partei HDP. Wie ihm geht es vielen Oppositionellen.


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