Bild: imago/Hartenfelser

Nach umstrittenen Aussagen über Frauen wird Sport1 seinen Experten Gordon Shumway nicht mehr als Kommentator bei der Darts-WM einsetzen. Das teilte der TV-Sender am späten Mittwochabend auf Twitter mit.

Was ist passiert?

Bei der aktuell in London stattfindenden WM nehmen erstmals auch zwei Frauen teil – Shumway hatte bei der Übertragung des Spiels zwischen der Russin Anastasia Dobromyslova und dem Engländer Ryan Joyce keinen Hehl daraus gemacht, dass er von der Teilnahme der Frauen wenig hält

Unter anderem sagte er, dass Männer immer damit ein Problem haben würden, gegen Frauen zu spielen. Sein Co-Kommentator Basti Schwele widersprach immer wieder, nach mehreren Sprüchen von Shumway sagte er in Richtung seines Co-Kommentators schließlich: "Ist gut jetzt." (SPIEGEL ONLINE)

Noch während der Übertragung hatte sich Shumway für seine Aussagen entschuldigt und sie als "missverständlich" bezeichnet. Von einigen Zuschauerinnen und Zuschauern wurde das jedoch zurückgewiesen – denn missverständlich seien die Sprüche keineswegs gewesen.

Wie reagierte Sport1?

Der TV-Sender teilte mit, man werde Shumway nicht weiter als Experten einsetzen. Über die genaueren Gründe des Rauswurfs äußerte sich Sport1 nicht, schrieb aber auf Twitter, die Entscheidung sei vor dem Hintergrund der inhaltlichen Beurteilung der Übertragung getroffen worden.

Der TV-Sender kündigte an, man werde von nun an unterschiedliche Experten einsetzen, die an der Seite von Basti Schwele die weiteren Spiele kommentieren. 


Gerechtigkeit

Dieses Museum zeigt ein Jahr lang nur noch Kunst von Frauen
Und es ist nicht allein.

Das Kunstmuseum Tate Britain in London hängt ab April 2019 alle Werke der männlichen Künstler der letzten 60 Jahre ab – und stellt nur noch Künstlerinnen aus.

60 Werke von 30 Künstlerinnen hängen dann für ein Jahr in der Abteilung für britische Kunst. Die Männer sind nicht mehr zu sehen. Das teilte das Museum jetzt mit. 

Die Austellung erzählt die Geschichte der britischen Kunst vom 1960 bis heute. Sie ist frei zugänglich und soll die entscheidende Rolle von Frauen in der britischen Kunst in dieser Zeit widerspiegeln. (The Guardian)

  • Die Idee: Mehr Diversität in der Kunst sichtbar machen.

Maria Balshaw, Direkorin der Tate Britain, hofft, dass die Änderung den meisten Besuchern gar nicht auffällt, weil Künstlerinnen ein zentraler Bestandteil der jüngeren Kunstgeschichte sein sollten. Die Umhängung der Werke sei nur ein Teil des Ausstellungsproramms 2019, bei dem Frauen stärker repräsentiert werden sollen. Es soll auch Einzelaustellungen geben, die nur Werke von Künstlerinnen zeigen.

Auch in Deutschland gibt es Aktionen für mehr Diversität in der Kunst.

  • Am Staatstheater Karlsruhe zum Beispiel will Schauspieldirektorin Anna Bergmann in ihrer ersten Spielzeit 2018/2019 nur Frauen als Regisseurinnen beschäftigen. Damit will sie ein Zeichen setzen auch wenn sie langfristig ein gleichberechtigtes Verhältnis von Frauen und Männern beim Theater für erstrebenswert halte (Tagesspiegel). 

Bislang stammen in Deutschland etwa 70 Prozent aller Inszenierungen an Theatern von Männern.

  • In München setzt sich die Galeristen Barbara Gross dafür ein, dass Künstlerinnen in der Kunstszene von mehr Menschen wahrgenommen werden. In ihrer Galerie Gross zeigt sie seit 30 Jahren hauptsächlich internationale Künstlerinnen und konnte ihnen viele Museumsausstellungen verschaffen.
  • Ebenfalls seit über 30 Jahren kritisieren die Guerrilla Girls unter Gorilla-Masken Sexismus und andere Ungleichheiten in der Kunstszene. In Hannover zeigte der Kunstverein Kestnergesellschaft daher Anfang des Jahres in einer Ausstellung Teile der Aktionskunst der Künsterlinnengruppe. Plakate, Flugblätter und Videos gab es bei der ersten Ausstellung des Kollektivs in Deutschland zu sehen.