Bild: dpa/Martin Rickett
Wir haben einen muslimischen Fußballer gefragt.

Millionen Muslime aus aller Welt fasten gerade. Im für sie heiligen Monat Ramadan dürfen sie von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang nichts essen und trinken, nur nachts nehmen sie im Kreis der Familie Speisen zu sich.

Das stellt im Alltag viele vor Herausforderungen, auch Spitzensportler. Wer fastet, kann keine volle Leistung bringen, sagen viele. 

Vor dem Champions-League-Finale am Samstagabend (26. Mai) sorgt sich nun sogar Liverpool-Trainer Jürgen Klopp: Seine Torjäger Mohamed Salah und Sadio Mané sind beide Muslime und begehen den Ramadan. 

"Der Ramadan bedeutet mir sehr viel. Er erfüllt mich und macht mich glücklich", sagt zum Beispiel Salah. (FAZ) Nun habe er extra vom Großmufti von Kairo die Erlaubnis erhalten, sein Fasten auszusetzen, um spielen zu können. Salah aber will beides schaffen: den Ramadan und seinen Sport.

Ist das wirklich so leicht? Und dürfen muslimische Spieler den Ramadan notfalls unterbrechen?

Wir haben einen gefragt, der es wissen muss: einen muslimischen Fußballer.

Mahmud Zamil ist 19 und floh vor sechs Jahren aus Syrien. Dort hatte er in der Jugend für den Erstligisten Al-Karama gespielt, seit zwei Jahren ist er in Deutschland. Hier kickte er in Berlin bislang für den Freizeitverein Al-Kauthar, im Juni wird er in die 4. Mannschaft von Hertha BSC aufgenommen. 

Mahmud Zamil(Bild: privat)

Mahmud, bist du erschöpft?

Es geht. Ich bin nur ein klein bisschen müde, aber das gehört gerade dazu. Ich will den Ramadan gerne mitmachen, also faste ich von 3 bis 21 Uhr.

Wie genau sieht dein Alltag gerade aus?

Der ist ziemlich vollgepackt, trotz Ramadan. Ich stehe nachts auf, um was zu essen, dann schlafe ich noch mal bis etwa 6 Uhr. Von 7.30 Uhr bis 14 Uhr habe ich Deutschkurs, dann gehe ich zum Training oder ins Fitnessstudio. 

Gegen 20.30 Uhr komme ich heim, dann kann ich noch duschen – und dann geht auch schon bald die Sonne unter, dann esse ich mit meiner Familie und gehe schlafen. Und um kurz vor 3 Uhr geht wieder der Wecker. 

Es gibt Ausnahmen für Muslime. Wer arbeitet, muss nicht fasten und kann die Zeit später nachholen. Das gilt auch für Leistungssportler.

Ja, ich weiß. Und ich respektiere Fußballer, die das so machen wollen. Aber ich selbst möchte lieber fasten – es bedeutet mir einfach sehr viel. Und es ist am Ende auch schön, wenn man die Anstrengung geschafft hat. 

Aber wenn ich jetzt bei Hertha anfange und sie wollen mich gleich in einem Spiel einsetzen, dann weiß ich auch nicht, wie ich mich entscheiden soll. Es ist kompliziert.

Wie schwer ist Fasten und gleichzeitig Sport treiben?

Schon anstrengend. Aber ich arbeite und trainiere auch sonst viel, also bin ich Belastung gewohnt. Und das geht vielen so. Bei meinem alten Berliner Verein Al-Kauthar sind zum Beispiel fast nur Araber und Türken. Und trotzdem kommen sie während des Ramadan regelmäßig zum Training. 

Und dann läuft alles langsamer ab, weil ihr erschöpft seid?

Nö, wir spielen wie immer.

Alle fasten?

Nein, jeder trifft für sich eine Entscheidung. Etwa die Hälfte fastet, die andere nicht. 

Was ist das schwerste?

Das Trinken. Ich trinke bis 3 Uhr morgens richtig fiel, dass muss dann den Tag über reichen. Wenn es warm ist, fühlt sich das schon schwer an. Aber wie gesagt: Ich kenne es so und spätestens am Ende des Ramadan setzt dann die Erleichterung ein. 

Was gibt's dann zu essen?

Alles. Hühnchen, Reis, Hummus und Salate. Und Süßes!


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