Bild: Peter Kneffel/dpa
Das Oberverwaltungsgericht Bremen hat entschieden.

Was ist passiert?

Seit Jahren wird über die Frage gestritten: Wer muss zahlen, wenn ein großes Polizeiaufgebot bei Bundesliga-Spielen eingesetzt wird? Der Staat, also die Steuerzahler? Oder beteiligt sich auch die Deutsche Fußball Liga (DFL)?

Jetzt hat das Oberverwaltungsgericht (OVG) Bremen für einen Fall aus der Hansestadt entschieden: Die DFL muss sich grundsätzlich an Mehrkosten für Polizeieinsätze bei sogenannten Hochrisikospielen der Bundesliga beteiligen. (NDR/Buntenundbinnen)

Die Begründung:

Die Fußballspiele seien auch aufgrund der Sicherheitsleistungen der Polizei wirtschaftlich erfolgreich, begründete das Gericht seine Entscheidung. Nur, weil die Sicherheit Kernaufgabe des Staates sei, sei eine Kostenbeteiligung nicht allein deshalb auszuschließen.

Das Gericht ist also der Meinung, dass es sich hierbei nicht nur um eine öffentliche Aufgabe handelt, sondern die gut verdienenden Vereine und Ligen ihre Verantwortung tragen müssen.

Worum ging es in dem Fall?

Bremen stellt als einziges Bundesland in Deutschland die Mehrkosten bei riskanten Spielen zwischen zwei Vereinen mit verfeindeten Fans in Rechnung. Mittlerweile geht es dabei um zwei Millionen Euro. Die Begründung: 

"Wenn man sehr viel Geld mit der Durchführung der Liga verdient, ist es angemessen, nicht alle Kosten der Allgemeinheit in Rechnung zu stellen", sagte Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD). 

Im Prozess ging es aber nur um eine Rechnung über 425.718,11 Euro, die Bremen der DFL nach dem Derby zwischen Werder und dem Hamburger SV im Jahr 2015 zugestellt hatte.

Was sagt die DFL dazu?

"Die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung ist ausschließlich die Sache des Staates. Dass daraus folgend die Kosten der Staat zu tragen hat, ist für mich eindeutig", sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball.

Die DFL klagte also gegen den Gebührenbescheid. Ein Verwaltungsgericht gab der Liga recht, doch Bremen ging in Berufung – und gewann nun.

Wie geht es jetzt weiter?

Der Streit ist sehr wahrscheinlich noch nicht zu Ende. Denn die DFL kann jetzt bis vor das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ziehen. Die DFL hatte das bereits vor dem jetzigen Gerichtsentscheid angekündigt.


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"Titanic" legt "Bild"-Zeitung mit Kühnert-Mails rein
Kühnert: "Offen bleibt die Frage, ob die Redaktion auch auf Fakemails dreijähriger Hunde reinfallen würde."

Die "Bild"-Zeitung wettert seit einigen Wochen gegen den Mitgliederentscheid der SPD über die GroKo. Auch Teil der Berichterstattung: Angeblich habe Juso-Chef Kevin Kühnert in Erwägung gezogen, die Hilfe eines Russen mit dem Namen "Juri" anzunehmen. "Juri" habe Kühnert mit Fake-Accounts bei der Kampagne gegen die GroKo unterstützen wollen, schrieb die Zeitung. Angebliche Beweise: E-Mails zwischen Kühnert und "Juri". 

Die E-Mails seien gefälscht, hieß es von den Jusos sofort. "Bild" berichtete trotzdem.