Danke, taz!

Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß meinten es ernst, doch viele konnten über das Gesagte nur lachen. Am Freitag griffen die beiden Bayern-Bosse – der eine Vorstandsvorsitzende, der andere Präsident – in einer Konferenz die anwesenden Medien, Journalisten und Fußball-Experten an. 

Der Tenor: Kritik ist okay, aber zu viel Kritik ist doof. Am besten, ihr guckt nur noch alle FC-Bayern-TV.

Eine der witzigsten Reaktionen darauf kam jetzt von der Tageszeitung "taz".

Was war passiert?

Beim FC Bayern läuft es gerade nicht wie gewohnt erfolgreich. Vor den Spielen am Wochenende steht der Verein mit 13 Punkten auf Tabellenplatz 7, er hat 4 Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund. Auch bei den Spielen der Nationalmannschaft gegen die Niederlande und Frankreich machten die Bayern-Spieler keine gute Figur. (Anmerkung der Redaktion: Möglicherweise geht diese Einschätzung dem Verein schon zu weit, wir schreiben es aber trotzdem.)

Auf einer Pressekonferenz nörgelten die Bayern-Bosse über die Berichterstattung – widersprachen sich dabei aber stellenweise selbst. Einige Highlights:

Rumenigge zur Kritik an den Spielern: "Ich möchte vielleicht in diesem Zusammenhang mal daran erinnern, an Artikel 1 des Grundgesetzes. Da heißt es: Die Würde des Menschen ist unantastbar."

"Mit dem heutigen Tag werden wir unsere Spieler, unseren Trainer und auch den Klub schützen."

"Wir werden uns mit diesem Tag diese herabwürdigende, hämische, faktische Berichterstattung nicht mehr bieten lassen."

Für ehemalige Spieler gilt der Schutz aber nicht. Hoeneß nämlich sagte über Juan Bernat: 

"Als wir in Sevilla gespielt haben, war er ALLEINE dafür verantwortlich, dass wir fast ausgeschieden waren. Und an DEM Tag ist entschieden worden, dass wir ihn abgeben. Weil er uns fast die ganze Champions League gekostet hat. Das Wohl und Wehe des FC Bayern München hängt nicht von Juan Bernat ab."

Und was ist mit Hoeneß' Kritik an Mesut Özil, er spiele "Dreck". Wie vereinbar ist das mit dem Grundgesetz?

"Ich hätte nicht 'Dreck' sagen dürfen, sondern 'Mist'."

(Noch mehr solcher Momente)

Wie reagierte nun die "taz"?

"Wir haben verstanden, lieber @FCBayern", twitterte taz-Autor Andreas Rüttenauer. Und setzte die Bayern an Tabellenplatz 1 – trotz Rückstands:

Und auch in der gedruckten Ausgabe erschien die Tabelle so:

Hinzu kam noch ein Kommentar zur Pressekonferenz. Autorin Alina Schwermer fasst zusammen: "Die Bayern-Bosse, im Sturzflug rasend um sich schlagend, wirken wie eine Karikatur ihrer einstigen Selbst. Vielleicht wird man mal sagen, das war der Moment, wo Streitbarkeit und Selbstbewusstsein endgültig in Weltfremdheit kippten."

Noch mehr Redaktionen bei Twitter:

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Hier könnt ihr noch einmal die gesamte PK angucken:


Retro

Es ist wahr und nicht frei erfunden: "X-Factor – Das Unfassbare" kommt zurück!
Passend zu 2018: Die originalen Fake News sind zurück.

Im Jahr 2012 – und damit 14 Jahre nach Ausstrahlung der ersten Folge – landete die kultige und bekloppte Serie "X-Factor – Das Unfassbare" plötzlich auf der schwarzen Liste der Kommission für Jugendmedienschutz KJM. 

Die Vermischung von Fantasie und Realität gepaart mit der unruhigen Kameraführung und den düsteren Themen sei zu viel des Bösen für arme Kinder. Ja, die Geschichte hat sich wirklich so zugetragen. (DWDL, 2012)

Eine ganze Generation von damals scheinbar schwer traumatisierten Kindern darf sich nun trotzdem freuen: Denn X-Factor kommt mit neuen Folgen zurück ins deutsche Fernsehen. Gruselige Gesichter im Spiegel und Hunde, die den Tod vorhersagen können? Ja bitte!