Das ist ihre verrückte Geschichte.

Stell dir vor, dein Bruder meldet sich für den ikonischen Boston Marathon an und du hältst es für eine witzige Idee, ihn einfach zu begleiten. Du bist zwar noch nie einen Marathon gelaufen, aber egal: Wäre doch ein cooles Geschwister-Erlebnis. 

Genau das hat Sarah Sellers getan, eine 26-jährige Krankenschwester aus Arizona. Doch was dann geschah, überraschte alle – auch sie selbst. Sarah lief in Boston auf den 2. Platz!

Wie hat sie das geschafft?

Der Boston-Marathon ist ein riesiges Ereignis – und hat weltweit die längste Tradition: Seit 1897 treten Lauf-Profis aus der ganzen Welt gegeneinander an. 2013 erlangte der Lauf zudem traurige Berühmtheit durch einen Anschlag.

Wie konnte Sarah Sellers, eine Amateurin fast ohne Erfahrung mit dieser Distanz, so viele Profis hinter sich zurücklassen? Diese Frage bewegt gerade sehr viele Menschen.

Sie trainierte neben dem Vollzeitjob.

Anders als die Profisportler hatte Sarah nicht besonders viel Zeit, sich auf den Lauf vorzubereiten. Sie trainierte nach eigenen Aussagen immer vor und nach ihren 10-Stunden-Schichten im Krankenhaus. Allein das ist schon bemerkenswert.

Ein halbes Jahr vor Boston meldete sie sich bei einem kleineren Marathon nahe ihrer Heimatstadt an, um sich für den großen Lauf zu qualifizieren. Es klappte: Sie ließ 194 Frauen hinter sich zurück und sicherte sich mit ihrer Laufzeit einen Platz in der schnellsten Startgruppe von Boston. (New York Times)

Trotzdem wurde zu diesem Zeitpunkt noch niemand auf Sarah aufmerksam. Ihre Zeit war gut, aber auch nicht rekordverdächtig. Auf der "Eliten-Liste" der Boston Athletic Association war ihr Name demnach auch nicht zu finden.

Doch dann kam der große Tag.

Am Montag starteten fast 30.000 Läuferinnen und Läufer auf der 42,195 Kilometer langen Strecke. Das Wetter war schrecklich, es regnete in Strömen. Einige Profiläuferinnen mussten das Rennen sogar abbrechen, weil die Konditionen ihnen so sehr zusetzten.

Doch Sarah lief einfach weiter, immer weiter. Später beschrieb sie in einem Interview: "Ich fühlte mich gut da draußen. Die Konditionen waren echt hart, aber na ja." (Letsrun.com)

Hier zieht sie an einer anderen Läuferin vorbei:

Sarah überholte viele Menschen – sehr viele! 

Doch wie viele es am Ende wirklich waren, das erfuhr sie erst, als sie schon ins Ziel eingelaufen war. Jemand ging zu ihr und sagte ihr, sie sei auf dem 2. Platz. Nur eine Frau hatte es vor ihr geschafft: die Amerikanerin Desiree Linden. 

Doch Sarah glaubte es nicht: "Es fühlte sich surreal an. Ich wusste nicht mal, dass das eine Möglichkeit für mich war", sagte sie dem Boston Globe.

Als sie es dann endlich realisiert hatte, musste sie sich auch noch überlegen, was sie jetzt mit den 75.000 US-Dollar Preisgeld machen möchte. Doch darüber hatte sie sich nun wirklich noch keine Gedanken gemacht. 

"Ich hatte im besten Fall damit gerechnet, genug Geld zu gewinnen, um den Trip nach Boston decken zu können", sagte sie dem Globe. "Ich hätte nie erwartet, 75.000 Dollar zu gewinnen."

Doch das Geld komme zu einem guten Zeitpunkt: Ihr Mann und sie hätten gerade die Uni beendet und könnten mit dem Preisgeld einen Teil ihrer Studentenkredite zurückzahlen.

Es sei ihnen mehr als gegönnt. Und wir stauben jetzt mit schlechtem Gewissen unsere Laufschuhe ab. Denn alles ist möglich!

(Bild: Giphy )

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